Mein Weg zum größten Rennen meines Lebens: Garmin Unbound Gravel

Mar 7, 2024

Mein Weg zum größten Rennen meines Lebens: Garmin Unbound Gravel
Mar 7, 2024

Mein Weg zum größten Rennen meines Lebens: Garmin Unbound Gravel

Mar 7, 2024

Geschrieben von: Pascal Kwaks
Wie viele andere wäre ich natürlich auch super gerne Radprofi geworden. Aber leider habe ich meine Liebe zum Radsport erst im Alter von 31 Jahren entdeckt. Aber hey, man kann ja trotzdem mal schauen, was so drin ist, oder?
Garmin Unbound Gravel: Für die meisten begeisterten Gravel-Fans ist das der absolute Gipfel des Gravel-Rennsports. Natürlich gibt es inzwischen eine offizielle UCI-Weltmeisterschaft, aber für viele Fans werden die SiegerInnen von Unbound immer die wahren Champions bleiben. Das verstehe ich vollkommen. Die Geschichte von Unbound ist einfach verdammt schwer zu toppen. Ich habe nichts gegen die UCI, aber nach der Premiere der Gravel-Weltmeisterschaft liegt noch einiges an Arbeit vor ihnen. Hoffen wir, dass sie abliefern. Aber in diesem Artikel soll es nicht um die UCI gehen, sondern um Unbound und darum, wie ich mich beim Event 2023 zum ersten Mal ins Abenteuer stürzen werde.
Wie bin ich überhaupt an diesen Punkt gekommen?
Irgendwann im Jahr 2020 las ich einen Artikel über ein Rennen, das umbenannt wurde, weil der ursprüngliche Name eine Beleidigung für die indigene Bevölkerung der Region war. Dieses Rennen hieß „Dirty Kanza“ und ist heute als „Unbound Gravel“ bekannt. Durch diesen Artikel fing ich an, mich näher mit dem Event zu beschäftigen, und erfuhr, dass es sich um ein 320 Kilometer (200 Meilen) langes Gravel-Rennen im Nirgendwo handelt. Wer um alles in der Welt fährt bitte 320 Kilometer an einem einzigen Tag mit dem Rad?! Damals ahnte ich noch nicht, dass ich das irgendwann selbst sein würde.
Ein Jahr später beschloss ich schließlich, es einfach mal zu wagen. Auslöser war der Auftritt des ehemaligen World-Tour-Fahrers und JOIN-Nutzers Laurens ten Dam, der sich nach einem packenden Sprint-Finish nur Ian Boswell geschlagen geben musste und den 2. Platz belegte. Die Vorstellung eines Massenstarts, bei dem sich ein Normalsterblicher wie ich mit diesen Jungs aufstellen und mitfahren kann, war einfach zu verlockend.
Eine der größten Hürden für mich war es, überhaupt einen Startplatz zu ergattern. Wegen der enormen Beliebtheit und der begrenzten Plätze gibt es ein Losverfahren. Da ich nichts dem Zufall überlassen wollte, habe ich nach Alternativen gesucht. Wenn du 10 Stunden ehrenamtliche Arbeit vor Ort leistest, bekommst du einen garantierten Startplatz für das nächste Jahr. Das Problem: Ich wohne in den Niederlanden. Ich hatte mein Hotel schon lange im Voraus gebucht und fragte den Besitzer einfach, ob er jemanden kennt, der mir helfen könnte. Ohne zu zögern bot er an, diese 10 Stunden Arbeit für mich zu übernehmen – und wollte dafür absolut nichts als Gegenleistung. Ich war völlig sprachlos von so viel Großzügigkeit. Ich kann euch versprechen: Wenn ich ihn im Mai sehe, hat er ein fettes Geschenk sicher!
Nachdem dieser herzensgute Mensch die Stunden für mich geschrubbt hatte, dauerte es etwa 6 Monate, bis sich die OrganisatorInnen bei mir meldeten:
Nach der Anmeldung holte mich die Realität ein und die Nervosität stieg. Ich fahre verdammt noch mal ein 320-Kilometer-Radrennen!
Wie ich für Garmin Unbound Gravel trainiere
Jetzt, wo ich dabei bin, will ich natürlich auch top vorbereitet an den Start gehen. Ich will nicht einfach nur ankommen, sondern das bestmögliche Ergebnis herausholen. Bis jetzt habe ich zwar schon einige Rennen bestritten, aber die meisten lagen eher um die 100-Kilometer-Marke – und nicht bei satten 320 Kilometern. Meine bisher weiteste Strecke am Stück waren 160 Kilometer. Ich traue mir die Unbound-Distanz zwar absolut zu, aber die Frage ist: Was ist am Ende des Rennens noch von mir übrig?
Als mein wichtigstes Trainingstool nutze ich natürlich die JOIN Cycling App. Mir fehlt schlichtweg das Wissen, um mir selbst einen strukturierten Trainingsplan zu basteln – und ehrlich gesagt auch die Ambition dazu. Das Geniale an der App ist, dass du einfach dein Wunschevent auswählen kannst und JOIN dir automatisch den optimalen Trainingsplan erstellt, der dein Hauptziel perfekt berücksichtigt. Ich kann in der App zum Beispiel ganz flexibel einstellen, ob ich mich auf das Amstel Gold Race, die Marmotte, Unbound Gravel oder eine Jedermann-Rundfahrt vorbereiten will:
Ein weiteres cooles Feature: Die App zeigt dir für jedes Event einen empfohlenen JOIN-Score an. Da Unbound extrem hart ist, liegt der empfohlene Wert bei 40–50. Wow, das ist eine Hausnummer! Wenn dein Score darunter liegt, kannst du das Event zwar trotzdem schaffen, aber der Spaßfaktor leidet eventuell ein wenig darunter.
Um meinen JOIN-Score ordentlich nach oben zu schrauben, versuche ich neben meinem Job so viele Stunden wie möglich auf dem Rad zu verbringen. In einer typischen Woche setze ich meine Verfügbarkeit an Wochentagen auf 2 Stunden und am Wochenende auf das Maximum von 6 Stunden. JOIN reizt zwar nicht immer alle verfügbaren Stunden komplett aus, aber so kommen trotzdem schnell mal Trainingswochen mit 15 Stunden zusammen.
Ich halte es für extrem wichtig, lange Fahrten einzuplanen. Am Ende musst du deinen Körper und deinen Kopf einfach darauf einstellen, extrem lange im Sattel zu sitzen. Aktuell liegen die längsten Einheiten, die JOIN mir vorgibt, bei 5 Stunden. Je näher das Event rückt, desto eher werde ich auch mal Ausfahrten von über 6 Stunden einschieben, um zu sehen, wie sich das anfühlt, und um meine Verpflegungsstrategie zu testen. Mehr dazu gleich. Das Gute ist, dass die App mir diese Flexibilität lässt. Wenn ich mal etwas anderes mache, als JOIN für diesen Tag geplant hat, tippe ich einfach auf den Button, der mich fragt, ob ich ein anderes Training absolviert habe.
Was meiner Meinung nach auch oft zu kurz kommt, ist der Spaß und die Abwechslung im Training. Ich sorge für frischen Wind, indem ich die Disziplinen mische und Neues ausprobiere. Mal bin ich auf der Straße unterwegs, mal auf dem Gravelbike oder sogar auf MTB-Trails. Vor Kurzem bin ich außerdem einem neuen Club beigetreten: BEAT Cycling. Richtig cool an den Jungs und Mädels ist, dass sie für jede Disziplin eigene Sparten haben. Direkt nach meinem Beitritt habe ich mich der Offroad-Sparte angeschlossen und war sofort mega motiviert von den coolen Events, die dort organisiert werden. Letzte Woche habe ich zum Beispiel an einem Beachracing-Workshop teilgenommen, der von einem ihrer Profis geleitet wurde: Thijs Zonneveld. Ein netter Nebeneffekt: Ich werde dadurch regelmäßig aus meiner Komfortzone gepusht. Kann für Unbound ja nicht schaden, oder?
Oh, übrigens: Für alle aus den Niederlanden könnte BEAT Cycling besonders interessant sein, da sie eine Partnerschaft mit JOIN haben. Da springt für dich vielleicht ein ziemlich cooler Rabatt bei heraus!
Mein Bike-Setup für ein 320-Kilometer-Gravel-Rennen
Dein Material ist ungelogen genauso wichtig wie deine Beine. Wenn du mit dem falschen Setup anrückst, kann das Rennen schneller vorbei sein, als dir lieb ist. Und ich glaube, ich war mir noch nie bei einem Thema so unsicher wie bei der Frage, was ich am Renntag alles mitnehmen soll. Alleine meine Reifenentscheidung habe ich bestimmt schon über 10-mal über den Haufen geworfen. Hier ist also mein aktueller Stand – bis ich es mir wieder anders überlege:
RahmenHinweis: Die Reifen auf dem Foto sind nicht die, die ich beim Unbound fahren werde. Unten erfährst du, wofür ich mich entschieden habe.
Ich werde auf einem Storm Moana an den Start gehen. Eigentlich ist dieses Bike für Strandrennen (Beachracing) gedacht, aber nachdem ich gesehen habe, was es auf Gravel-Strecken draufhat, musste ich einfach auch eins haben. Ich habe meines gebraucht gekauft, kenne die genaue Historie also nicht. Beim Beachracing-Workshop letzte Woche habe ich jemanden mit dem gleichen Bike getroffen, der mir verriet, dass es sich um das Modell von 2017 handelt.
Der Hauptgrund für dieses Bike ist die gigantische Reifenfreiheit. Ich kann problemlos 2.40er Mountainbike-Reifen aufziehen und habe immer noch Platz. Vielleicht sogar Traktorreifen? Da ich mich selbst nicht gerade für den technisch versiertesten Fahrer halte, gibt mir ein fettes Reifenvolumen einfach extrem viel Sicherheit. In manchen Jahren ist die Strecke beim Unbound extrem schlammig. Dieser fiese Matsch kann zu heftigen mechanischen Problemen führen. Viel Reifenfreiheit hilft enorm, dieses Risiko zu minimieren.
Außerdem liebe ich das Handling des Bikes. Es fährt sich extrem laufruhig und ist nicht so nervös wie andere Bikes, die ich bisher getestet habe – es will einfach nur geradeaus ballern.
ReifenOh ja, die ewige Reifendiskussion! Ich habe mich letztendlich für einen Satz Continental Race King Protection 29" MTB-Reifen in der Breite 2.20 entschieden. Ich erspare euch die Details meiner unzähligen Gedankengänge im Vorfeld, aber ich bin überzeugt, dass diese Reifen den besten Allround-Mix bieten. Als Orientierungshilfe habe ich bicyclerollingresistance.com genutzt, um meine Optionen zu vergleichen. Bei einem Rennen wie Unbound brauchst du die perfekte Balance aus einem schnell rollenden Reifen und ausreichend Pannenschutz gegen die messerscharfen Steine in den Flint Hills. Was den Rollwiderstand angeht, können diese MTB-Reifen locker mit den schnellsten Gravel-Reifen mithalten – und bieten trotzdem ordentlichen Schutz. Zum Glück bin ich im Allgemeinen auch nicht gerade als Pannenteufel bekannt.
Weitere Komponenten:
Bei den restlichen Teilen gehe ich nicht ganz so tief ins Detail, aber hier ist ein kurzer Überblick:
Lenker: Coefficient Cycling RR
Laufräder: Farsports Gravel mit DT Swiss 180 Naben
Schaltgruppe: Shimano GRX mit Deore XT Bremssätteln
Meine VerpflegungsstrategieIn diesem Punkt bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Nach allem, was ich gelesen habe, scheinen 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde ein solider Richtwert zu sein. Das hängt natürlich auch stark vom eigenen Körpergewicht ab und davon, was der Magen-Darm-Trakt so verträgt. Manche vertragen deutlich mehr als 90 Gramm, andere weniger. Worin sich jedoch alle Experten einig sind: Teste am Renntag niemals etwas Neues!
Deshalb habe ich bei einer 4-stündigen Ausfahrt getestet, wie viele Kohlenhydrate mein Körper aufnehmen kann, ohne dass mir schlecht wird. Ich habe direkt die verrückte Marke von 120 Gramm pro Stunde angepeilt. Zu meiner Überraschung konnte ich das komplett ohne vorheriges Magen-Training absolut problemlos vertragen. Ich werde das aber definitiv noch weiter testen. Vielleicht hatte ich dieses eine Mal einfach nur Glück und nach 5 oder 6 Stunden sieht die Welt ganz anders aus. Den Großteil der Kohlenhydrate habe ich über Maurten aufgenommen, den Rest über SiS Energy Gels.
Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich mich zu 100 % flüssig ernähren soll oder ob ich noch feste oder halbfeste Nahrung einbaue. Richtig gerne mag ich die Clif Bloks. Ich werde wohl eine Oberrohrtasche montieren, um ein paar davon griffbereit zu haben. Ich hasse es nämlich, während der Fahrt umständlich mit Verpackungen herumzufummeln – besonders in der hektischen Anfangsphase des Rennens, wenn man kaum die Hände vom Lenker nehmen kann.
In Sachen Flüssigkeit werde ich einen 2-Liter-Trinkrucksack (Uswe Outlander Pro) tragen. An einer der Verpflegungsstationen werde ich diesen einfach gegen einen frischen austauschen. Am Bike selbst habe ich noch zwei 800-ml-Flaschen. Sowohl in den Flaschen als auch im Trinkrucksack wird sich nur reines Wasser befinden.
Meine Ziele für das RennenIch dachte eigentlich, meine Verpflegung wäre schwer einzuschätzen, aber mein sportliches Ziel ist noch viel schwieriger zu definieren. Wie schon gesagt: Ich will nicht nur irgendwie finishen, sondern richtig abliefern. Ich starte bei diesem Rennen in der Pro/Elite-Kategorie. Ja, das wird eine gigantische Herausforderung! Ich will mich mit den weltbesten Gravel-SpezialistInnen messen, denn genau das macht für mich den Reiz von Gravel-Rennen aus. Es wurde gerade angekündigt, dass die Pro/Elite-Männer dieses Jahr ein paar Minuten vor den Pro/Elite-Frauen starten, gefolgt vom restlichen Feld. Als ich das gehört habe, ging mir direkt die Düse – aber hey, so bekomme ich die Chance, mich direkt mit den ganz großen Namen zu vergleichen.
Wo stehe ich also? Aktuell liegt meine FTP bei etwa 4,7 W/kg. Mein Ziel ist es, diese bis zum Renntag auf ca. 5 W/kg zu pushen. Ich werde zwar nicht um den Sieg mitfahren, aber ich weiß, dass ich fitter bin als der Durchschnitt. Natürlich steht das Ankommen an oberster Stelle. Ganz egal, wer du bist: Bei einem brutalen Rennen wie Unbound kann immer etwas schiefgehen – und meistens tut es das auch.
Am Ende ist meine Renntaktik denkbar simpel und unterscheidet sich kaum von der der meisten anderen: So lange wie nur irgendwie möglich um mein Leben kämpfen und an der Spitzengruppe dranbleiben. Wenn ich es in die Top 100 schaffe, wäre das der absolute Wahnsinn, aber heimlich hoffe ich natürlich auf noch ein bisschen mehr.
Was meinst du? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? Auf welchem Platz werde ich wohl landen? Lass es mich wissen! Du kannst mir jederzeit eine Nachricht auf Instagram schreiben (@pascalkwaks), meine Website besuchen (www.pascalkwaks.com) oder dich über Strava bei mir melden.
Geschrieben von: Pascal Kwaks
Wie viele andere wäre ich natürlich auch super gerne Radprofi geworden. Aber leider habe ich meine Liebe zum Radsport erst im Alter von 31 Jahren entdeckt. Aber hey, man kann ja trotzdem mal schauen, was so drin ist, oder?
Garmin Unbound Gravel: Für die meisten begeisterten Gravel-Fans ist das der absolute Gipfel des Gravel-Rennsports. Natürlich gibt es inzwischen eine offizielle UCI-Weltmeisterschaft, aber für viele Fans werden die SiegerInnen von Unbound immer die wahren Champions bleiben. Das verstehe ich vollkommen. Die Geschichte von Unbound ist einfach verdammt schwer zu toppen. Ich habe nichts gegen die UCI, aber nach der Premiere der Gravel-Weltmeisterschaft liegt noch einiges an Arbeit vor ihnen. Hoffen wir, dass sie abliefern. Aber in diesem Artikel soll es nicht um die UCI gehen, sondern um Unbound und darum, wie ich mich beim Event 2023 zum ersten Mal ins Abenteuer stürzen werde.
Wie bin ich überhaupt an diesen Punkt gekommen?
Irgendwann im Jahr 2020 las ich einen Artikel über ein Rennen, das umbenannt wurde, weil der ursprüngliche Name eine Beleidigung für die indigene Bevölkerung der Region war. Dieses Rennen hieß „Dirty Kanza“ und ist heute als „Unbound Gravel“ bekannt. Durch diesen Artikel fing ich an, mich näher mit dem Event zu beschäftigen, und erfuhr, dass es sich um ein 320 Kilometer (200 Meilen) langes Gravel-Rennen im Nirgendwo handelt. Wer um alles in der Welt fährt bitte 320 Kilometer an einem einzigen Tag mit dem Rad?! Damals ahnte ich noch nicht, dass ich das irgendwann selbst sein würde.
Ein Jahr später beschloss ich schließlich, es einfach mal zu wagen. Auslöser war der Auftritt des ehemaligen World-Tour-Fahrers und JOIN-Nutzers Laurens ten Dam, der sich nach einem packenden Sprint-Finish nur Ian Boswell geschlagen geben musste und den 2. Platz belegte. Die Vorstellung eines Massenstarts, bei dem sich ein Normalsterblicher wie ich mit diesen Jungs aufstellen und mitfahren kann, war einfach zu verlockend.
Eine der größten Hürden für mich war es, überhaupt einen Startplatz zu ergattern. Wegen der enormen Beliebtheit und der begrenzten Plätze gibt es ein Losverfahren. Da ich nichts dem Zufall überlassen wollte, habe ich nach Alternativen gesucht. Wenn du 10 Stunden ehrenamtliche Arbeit vor Ort leistest, bekommst du einen garantierten Startplatz für das nächste Jahr. Das Problem: Ich wohne in den Niederlanden. Ich hatte mein Hotel schon lange im Voraus gebucht und fragte den Besitzer einfach, ob er jemanden kennt, der mir helfen könnte. Ohne zu zögern bot er an, diese 10 Stunden Arbeit für mich zu übernehmen – und wollte dafür absolut nichts als Gegenleistung. Ich war völlig sprachlos von so viel Großzügigkeit. Ich kann euch versprechen: Wenn ich ihn im Mai sehe, hat er ein fettes Geschenk sicher!
Nachdem dieser herzensgute Mensch die Stunden für mich geschrubbt hatte, dauerte es etwa 6 Monate, bis sich die OrganisatorInnen bei mir meldeten:
Nach der Anmeldung holte mich die Realität ein und die Nervosität stieg. Ich fahre verdammt noch mal ein 320-Kilometer-Radrennen!
Wie ich für Garmin Unbound Gravel trainiere
Jetzt, wo ich dabei bin, will ich natürlich auch top vorbereitet an den Start gehen. Ich will nicht einfach nur ankommen, sondern das bestmögliche Ergebnis herausholen. Bis jetzt habe ich zwar schon einige Rennen bestritten, aber die meisten lagen eher um die 100-Kilometer-Marke – und nicht bei satten 320 Kilometern. Meine bisher weiteste Strecke am Stück waren 160 Kilometer. Ich traue mir die Unbound-Distanz zwar absolut zu, aber die Frage ist: Was ist am Ende des Rennens noch von mir übrig?
Als mein wichtigstes Trainingstool nutze ich natürlich die JOIN Cycling App. Mir fehlt schlichtweg das Wissen, um mir selbst einen strukturierten Trainingsplan zu basteln – und ehrlich gesagt auch die Ambition dazu. Das Geniale an der App ist, dass du einfach dein Wunschevent auswählen kannst und JOIN dir automatisch den optimalen Trainingsplan erstellt, der dein Hauptziel perfekt berücksichtigt. Ich kann in der App zum Beispiel ganz flexibel einstellen, ob ich mich auf das Amstel Gold Race, die Marmotte, Unbound Gravel oder eine Jedermann-Rundfahrt vorbereiten will:
Ein weiteres cooles Feature: Die App zeigt dir für jedes Event einen empfohlenen JOIN-Score an. Da Unbound extrem hart ist, liegt der empfohlene Wert bei 40–50. Wow, das ist eine Hausnummer! Wenn dein Score darunter liegt, kannst du das Event zwar trotzdem schaffen, aber der Spaßfaktor leidet eventuell ein wenig darunter.
Um meinen JOIN-Score ordentlich nach oben zu schrauben, versuche ich neben meinem Job so viele Stunden wie möglich auf dem Rad zu verbringen. In einer typischen Woche setze ich meine Verfügbarkeit an Wochentagen auf 2 Stunden und am Wochenende auf das Maximum von 6 Stunden. JOIN reizt zwar nicht immer alle verfügbaren Stunden komplett aus, aber so kommen trotzdem schnell mal Trainingswochen mit 15 Stunden zusammen.
Ich halte es für extrem wichtig, lange Fahrten einzuplanen. Am Ende musst du deinen Körper und deinen Kopf einfach darauf einstellen, extrem lange im Sattel zu sitzen. Aktuell liegen die längsten Einheiten, die JOIN mir vorgibt, bei 5 Stunden. Je näher das Event rückt, desto eher werde ich auch mal Ausfahrten von über 6 Stunden einschieben, um zu sehen, wie sich das anfühlt, und um meine Verpflegungsstrategie zu testen. Mehr dazu gleich. Das Gute ist, dass die App mir diese Flexibilität lässt. Wenn ich mal etwas anderes mache, als JOIN für diesen Tag geplant hat, tippe ich einfach auf den Button, der mich fragt, ob ich ein anderes Training absolviert habe.
Was meiner Meinung nach auch oft zu kurz kommt, ist der Spaß und die Abwechslung im Training. Ich sorge für frischen Wind, indem ich die Disziplinen mische und Neues ausprobiere. Mal bin ich auf der Straße unterwegs, mal auf dem Gravelbike oder sogar auf MTB-Trails. Vor Kurzem bin ich außerdem einem neuen Club beigetreten: BEAT Cycling. Richtig cool an den Jungs und Mädels ist, dass sie für jede Disziplin eigene Sparten haben. Direkt nach meinem Beitritt habe ich mich der Offroad-Sparte angeschlossen und war sofort mega motiviert von den coolen Events, die dort organisiert werden. Letzte Woche habe ich zum Beispiel an einem Beachracing-Workshop teilgenommen, der von einem ihrer Profis geleitet wurde: Thijs Zonneveld. Ein netter Nebeneffekt: Ich werde dadurch regelmäßig aus meiner Komfortzone gepusht. Kann für Unbound ja nicht schaden, oder?
Oh, übrigens: Für alle aus den Niederlanden könnte BEAT Cycling besonders interessant sein, da sie eine Partnerschaft mit JOIN haben. Da springt für dich vielleicht ein ziemlich cooler Rabatt bei heraus!
Mein Bike-Setup für ein 320-Kilometer-Gravel-Rennen
Dein Material ist ungelogen genauso wichtig wie deine Beine. Wenn du mit dem falschen Setup anrückst, kann das Rennen schneller vorbei sein, als dir lieb ist. Und ich glaube, ich war mir noch nie bei einem Thema so unsicher wie bei der Frage, was ich am Renntag alles mitnehmen soll. Alleine meine Reifenentscheidung habe ich bestimmt schon über 10-mal über den Haufen geworfen. Hier ist also mein aktueller Stand – bis ich es mir wieder anders überlege:
RahmenHinweis: Die Reifen auf dem Foto sind nicht die, die ich beim Unbound fahren werde. Unten erfährst du, wofür ich mich entschieden habe.
Ich werde auf einem Storm Moana an den Start gehen. Eigentlich ist dieses Bike für Strandrennen (Beachracing) gedacht, aber nachdem ich gesehen habe, was es auf Gravel-Strecken draufhat, musste ich einfach auch eins haben. Ich habe meines gebraucht gekauft, kenne die genaue Historie also nicht. Beim Beachracing-Workshop letzte Woche habe ich jemanden mit dem gleichen Bike getroffen, der mir verriet, dass es sich um das Modell von 2017 handelt.
Der Hauptgrund für dieses Bike ist die gigantische Reifenfreiheit. Ich kann problemlos 2.40er Mountainbike-Reifen aufziehen und habe immer noch Platz. Vielleicht sogar Traktorreifen? Da ich mich selbst nicht gerade für den technisch versiertesten Fahrer halte, gibt mir ein fettes Reifenvolumen einfach extrem viel Sicherheit. In manchen Jahren ist die Strecke beim Unbound extrem schlammig. Dieser fiese Matsch kann zu heftigen mechanischen Problemen führen. Viel Reifenfreiheit hilft enorm, dieses Risiko zu minimieren.
Außerdem liebe ich das Handling des Bikes. Es fährt sich extrem laufruhig und ist nicht so nervös wie andere Bikes, die ich bisher getestet habe – es will einfach nur geradeaus ballern.
ReifenOh ja, die ewige Reifendiskussion! Ich habe mich letztendlich für einen Satz Continental Race King Protection 29" MTB-Reifen in der Breite 2.20 entschieden. Ich erspare euch die Details meiner unzähligen Gedankengänge im Vorfeld, aber ich bin überzeugt, dass diese Reifen den besten Allround-Mix bieten. Als Orientierungshilfe habe ich bicyclerollingresistance.com genutzt, um meine Optionen zu vergleichen. Bei einem Rennen wie Unbound brauchst du die perfekte Balance aus einem schnell rollenden Reifen und ausreichend Pannenschutz gegen die messerscharfen Steine in den Flint Hills. Was den Rollwiderstand angeht, können diese MTB-Reifen locker mit den schnellsten Gravel-Reifen mithalten – und bieten trotzdem ordentlichen Schutz. Zum Glück bin ich im Allgemeinen auch nicht gerade als Pannenteufel bekannt.
Weitere Komponenten:
Bei den restlichen Teilen gehe ich nicht ganz so tief ins Detail, aber hier ist ein kurzer Überblick:
Lenker: Coefficient Cycling RR
Laufräder: Farsports Gravel mit DT Swiss 180 Naben
Schaltgruppe: Shimano GRX mit Deore XT Bremssätteln
Meine VerpflegungsstrategieIn diesem Punkt bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Nach allem, was ich gelesen habe, scheinen 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde ein solider Richtwert zu sein. Das hängt natürlich auch stark vom eigenen Körpergewicht ab und davon, was der Magen-Darm-Trakt so verträgt. Manche vertragen deutlich mehr als 90 Gramm, andere weniger. Worin sich jedoch alle Experten einig sind: Teste am Renntag niemals etwas Neues!
Deshalb habe ich bei einer 4-stündigen Ausfahrt getestet, wie viele Kohlenhydrate mein Körper aufnehmen kann, ohne dass mir schlecht wird. Ich habe direkt die verrückte Marke von 120 Gramm pro Stunde angepeilt. Zu meiner Überraschung konnte ich das komplett ohne vorheriges Magen-Training absolut problemlos vertragen. Ich werde das aber definitiv noch weiter testen. Vielleicht hatte ich dieses eine Mal einfach nur Glück und nach 5 oder 6 Stunden sieht die Welt ganz anders aus. Den Großteil der Kohlenhydrate habe ich über Maurten aufgenommen, den Rest über SiS Energy Gels.
Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich mich zu 100 % flüssig ernähren soll oder ob ich noch feste oder halbfeste Nahrung einbaue. Richtig gerne mag ich die Clif Bloks. Ich werde wohl eine Oberrohrtasche montieren, um ein paar davon griffbereit zu haben. Ich hasse es nämlich, während der Fahrt umständlich mit Verpackungen herumzufummeln – besonders in der hektischen Anfangsphase des Rennens, wenn man kaum die Hände vom Lenker nehmen kann.
In Sachen Flüssigkeit werde ich einen 2-Liter-Trinkrucksack (Uswe Outlander Pro) tragen. An einer der Verpflegungsstationen werde ich diesen einfach gegen einen frischen austauschen. Am Bike selbst habe ich noch zwei 800-ml-Flaschen. Sowohl in den Flaschen als auch im Trinkrucksack wird sich nur reines Wasser befinden.
Meine Ziele für das RennenIch dachte eigentlich, meine Verpflegung wäre schwer einzuschätzen, aber mein sportliches Ziel ist noch viel schwieriger zu definieren. Wie schon gesagt: Ich will nicht nur irgendwie finishen, sondern richtig abliefern. Ich starte bei diesem Rennen in der Pro/Elite-Kategorie. Ja, das wird eine gigantische Herausforderung! Ich will mich mit den weltbesten Gravel-SpezialistInnen messen, denn genau das macht für mich den Reiz von Gravel-Rennen aus. Es wurde gerade angekündigt, dass die Pro/Elite-Männer dieses Jahr ein paar Minuten vor den Pro/Elite-Frauen starten, gefolgt vom restlichen Feld. Als ich das gehört habe, ging mir direkt die Düse – aber hey, so bekomme ich die Chance, mich direkt mit den ganz großen Namen zu vergleichen.
Wo stehe ich also? Aktuell liegt meine FTP bei etwa 4,7 W/kg. Mein Ziel ist es, diese bis zum Renntag auf ca. 5 W/kg zu pushen. Ich werde zwar nicht um den Sieg mitfahren, aber ich weiß, dass ich fitter bin als der Durchschnitt. Natürlich steht das Ankommen an oberster Stelle. Ganz egal, wer du bist: Bei einem brutalen Rennen wie Unbound kann immer etwas schiefgehen – und meistens tut es das auch.
Am Ende ist meine Renntaktik denkbar simpel und unterscheidet sich kaum von der der meisten anderen: So lange wie nur irgendwie möglich um mein Leben kämpfen und an der Spitzengruppe dranbleiben. Wenn ich es in die Top 100 schaffe, wäre das der absolute Wahnsinn, aber heimlich hoffe ich natürlich auf noch ein bisschen mehr.
Was meinst du? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? Auf welchem Platz werde ich wohl landen? Lass es mich wissen! Du kannst mir jederzeit eine Nachricht auf Instagram schreiben (@pascalkwaks), meine Website besuchen (www.pascalkwaks.com) oder dich über Strava bei mir melden.
Geschrieben von: Pascal Kwaks
Wie viele andere wäre ich natürlich auch super gerne Radprofi geworden. Aber leider habe ich meine Liebe zum Radsport erst im Alter von 31 Jahren entdeckt. Aber hey, man kann ja trotzdem mal schauen, was so drin ist, oder?
Garmin Unbound Gravel: Für die meisten begeisterten Gravel-Fans ist das der absolute Gipfel des Gravel-Rennsports. Natürlich gibt es inzwischen eine offizielle UCI-Weltmeisterschaft, aber für viele Fans werden die SiegerInnen von Unbound immer die wahren Champions bleiben. Das verstehe ich vollkommen. Die Geschichte von Unbound ist einfach verdammt schwer zu toppen. Ich habe nichts gegen die UCI, aber nach der Premiere der Gravel-Weltmeisterschaft liegt noch einiges an Arbeit vor ihnen. Hoffen wir, dass sie abliefern. Aber in diesem Artikel soll es nicht um die UCI gehen, sondern um Unbound und darum, wie ich mich beim Event 2023 zum ersten Mal ins Abenteuer stürzen werde.
Wie bin ich überhaupt an diesen Punkt gekommen?
Irgendwann im Jahr 2020 las ich einen Artikel über ein Rennen, das umbenannt wurde, weil der ursprüngliche Name eine Beleidigung für die indigene Bevölkerung der Region war. Dieses Rennen hieß „Dirty Kanza“ und ist heute als „Unbound Gravel“ bekannt. Durch diesen Artikel fing ich an, mich näher mit dem Event zu beschäftigen, und erfuhr, dass es sich um ein 320 Kilometer (200 Meilen) langes Gravel-Rennen im Nirgendwo handelt. Wer um alles in der Welt fährt bitte 320 Kilometer an einem einzigen Tag mit dem Rad?! Damals ahnte ich noch nicht, dass ich das irgendwann selbst sein würde.
Ein Jahr später beschloss ich schließlich, es einfach mal zu wagen. Auslöser war der Auftritt des ehemaligen World-Tour-Fahrers und JOIN-Nutzers Laurens ten Dam, der sich nach einem packenden Sprint-Finish nur Ian Boswell geschlagen geben musste und den 2. Platz belegte. Die Vorstellung eines Massenstarts, bei dem sich ein Normalsterblicher wie ich mit diesen Jungs aufstellen und mitfahren kann, war einfach zu verlockend.
Eine der größten Hürden für mich war es, überhaupt einen Startplatz zu ergattern. Wegen der enormen Beliebtheit und der begrenzten Plätze gibt es ein Losverfahren. Da ich nichts dem Zufall überlassen wollte, habe ich nach Alternativen gesucht. Wenn du 10 Stunden ehrenamtliche Arbeit vor Ort leistest, bekommst du einen garantierten Startplatz für das nächste Jahr. Das Problem: Ich wohne in den Niederlanden. Ich hatte mein Hotel schon lange im Voraus gebucht und fragte den Besitzer einfach, ob er jemanden kennt, der mir helfen könnte. Ohne zu zögern bot er an, diese 10 Stunden Arbeit für mich zu übernehmen – und wollte dafür absolut nichts als Gegenleistung. Ich war völlig sprachlos von so viel Großzügigkeit. Ich kann euch versprechen: Wenn ich ihn im Mai sehe, hat er ein fettes Geschenk sicher!
Nachdem dieser herzensgute Mensch die Stunden für mich geschrubbt hatte, dauerte es etwa 6 Monate, bis sich die OrganisatorInnen bei mir meldeten:
Nach der Anmeldung holte mich die Realität ein und die Nervosität stieg. Ich fahre verdammt noch mal ein 320-Kilometer-Radrennen!
Wie ich für Garmin Unbound Gravel trainiere
Jetzt, wo ich dabei bin, will ich natürlich auch top vorbereitet an den Start gehen. Ich will nicht einfach nur ankommen, sondern das bestmögliche Ergebnis herausholen. Bis jetzt habe ich zwar schon einige Rennen bestritten, aber die meisten lagen eher um die 100-Kilometer-Marke – und nicht bei satten 320 Kilometern. Meine bisher weiteste Strecke am Stück waren 160 Kilometer. Ich traue mir die Unbound-Distanz zwar absolut zu, aber die Frage ist: Was ist am Ende des Rennens noch von mir übrig?
Als mein wichtigstes Trainingstool nutze ich natürlich die JOIN Cycling App. Mir fehlt schlichtweg das Wissen, um mir selbst einen strukturierten Trainingsplan zu basteln – und ehrlich gesagt auch die Ambition dazu. Das Geniale an der App ist, dass du einfach dein Wunschevent auswählen kannst und JOIN dir automatisch den optimalen Trainingsplan erstellt, der dein Hauptziel perfekt berücksichtigt. Ich kann in der App zum Beispiel ganz flexibel einstellen, ob ich mich auf das Amstel Gold Race, die Marmotte, Unbound Gravel oder eine Jedermann-Rundfahrt vorbereiten will:
Ein weiteres cooles Feature: Die App zeigt dir für jedes Event einen empfohlenen JOIN-Score an. Da Unbound extrem hart ist, liegt der empfohlene Wert bei 40–50. Wow, das ist eine Hausnummer! Wenn dein Score darunter liegt, kannst du das Event zwar trotzdem schaffen, aber der Spaßfaktor leidet eventuell ein wenig darunter.
Um meinen JOIN-Score ordentlich nach oben zu schrauben, versuche ich neben meinem Job so viele Stunden wie möglich auf dem Rad zu verbringen. In einer typischen Woche setze ich meine Verfügbarkeit an Wochentagen auf 2 Stunden und am Wochenende auf das Maximum von 6 Stunden. JOIN reizt zwar nicht immer alle verfügbaren Stunden komplett aus, aber so kommen trotzdem schnell mal Trainingswochen mit 15 Stunden zusammen.
Ich halte es für extrem wichtig, lange Fahrten einzuplanen. Am Ende musst du deinen Körper und deinen Kopf einfach darauf einstellen, extrem lange im Sattel zu sitzen. Aktuell liegen die längsten Einheiten, die JOIN mir vorgibt, bei 5 Stunden. Je näher das Event rückt, desto eher werde ich auch mal Ausfahrten von über 6 Stunden einschieben, um zu sehen, wie sich das anfühlt, und um meine Verpflegungsstrategie zu testen. Mehr dazu gleich. Das Gute ist, dass die App mir diese Flexibilität lässt. Wenn ich mal etwas anderes mache, als JOIN für diesen Tag geplant hat, tippe ich einfach auf den Button, der mich fragt, ob ich ein anderes Training absolviert habe.
Was meiner Meinung nach auch oft zu kurz kommt, ist der Spaß und die Abwechslung im Training. Ich sorge für frischen Wind, indem ich die Disziplinen mische und Neues ausprobiere. Mal bin ich auf der Straße unterwegs, mal auf dem Gravelbike oder sogar auf MTB-Trails. Vor Kurzem bin ich außerdem einem neuen Club beigetreten: BEAT Cycling. Richtig cool an den Jungs und Mädels ist, dass sie für jede Disziplin eigene Sparten haben. Direkt nach meinem Beitritt habe ich mich der Offroad-Sparte angeschlossen und war sofort mega motiviert von den coolen Events, die dort organisiert werden. Letzte Woche habe ich zum Beispiel an einem Beachracing-Workshop teilgenommen, der von einem ihrer Profis geleitet wurde: Thijs Zonneveld. Ein netter Nebeneffekt: Ich werde dadurch regelmäßig aus meiner Komfortzone gepusht. Kann für Unbound ja nicht schaden, oder?
Oh, übrigens: Für alle aus den Niederlanden könnte BEAT Cycling besonders interessant sein, da sie eine Partnerschaft mit JOIN haben. Da springt für dich vielleicht ein ziemlich cooler Rabatt bei heraus!
Mein Bike-Setup für ein 320-Kilometer-Gravel-Rennen
Dein Material ist ungelogen genauso wichtig wie deine Beine. Wenn du mit dem falschen Setup anrückst, kann das Rennen schneller vorbei sein, als dir lieb ist. Und ich glaube, ich war mir noch nie bei einem Thema so unsicher wie bei der Frage, was ich am Renntag alles mitnehmen soll. Alleine meine Reifenentscheidung habe ich bestimmt schon über 10-mal über den Haufen geworfen. Hier ist also mein aktueller Stand – bis ich es mir wieder anders überlege:
RahmenHinweis: Die Reifen auf dem Foto sind nicht die, die ich beim Unbound fahren werde. Unten erfährst du, wofür ich mich entschieden habe.
Ich werde auf einem Storm Moana an den Start gehen. Eigentlich ist dieses Bike für Strandrennen (Beachracing) gedacht, aber nachdem ich gesehen habe, was es auf Gravel-Strecken draufhat, musste ich einfach auch eins haben. Ich habe meines gebraucht gekauft, kenne die genaue Historie also nicht. Beim Beachracing-Workshop letzte Woche habe ich jemanden mit dem gleichen Bike getroffen, der mir verriet, dass es sich um das Modell von 2017 handelt.
Der Hauptgrund für dieses Bike ist die gigantische Reifenfreiheit. Ich kann problemlos 2.40er Mountainbike-Reifen aufziehen und habe immer noch Platz. Vielleicht sogar Traktorreifen? Da ich mich selbst nicht gerade für den technisch versiertesten Fahrer halte, gibt mir ein fettes Reifenvolumen einfach extrem viel Sicherheit. In manchen Jahren ist die Strecke beim Unbound extrem schlammig. Dieser fiese Matsch kann zu heftigen mechanischen Problemen führen. Viel Reifenfreiheit hilft enorm, dieses Risiko zu minimieren.
Außerdem liebe ich das Handling des Bikes. Es fährt sich extrem laufruhig und ist nicht so nervös wie andere Bikes, die ich bisher getestet habe – es will einfach nur geradeaus ballern.
ReifenOh ja, die ewige Reifendiskussion! Ich habe mich letztendlich für einen Satz Continental Race King Protection 29" MTB-Reifen in der Breite 2.20 entschieden. Ich erspare euch die Details meiner unzähligen Gedankengänge im Vorfeld, aber ich bin überzeugt, dass diese Reifen den besten Allround-Mix bieten. Als Orientierungshilfe habe ich bicyclerollingresistance.com genutzt, um meine Optionen zu vergleichen. Bei einem Rennen wie Unbound brauchst du die perfekte Balance aus einem schnell rollenden Reifen und ausreichend Pannenschutz gegen die messerscharfen Steine in den Flint Hills. Was den Rollwiderstand angeht, können diese MTB-Reifen locker mit den schnellsten Gravel-Reifen mithalten – und bieten trotzdem ordentlichen Schutz. Zum Glück bin ich im Allgemeinen auch nicht gerade als Pannenteufel bekannt.
Weitere Komponenten:
Bei den restlichen Teilen gehe ich nicht ganz so tief ins Detail, aber hier ist ein kurzer Überblick:
Lenker: Coefficient Cycling RR
Laufräder: Farsports Gravel mit DT Swiss 180 Naben
Schaltgruppe: Shimano GRX mit Deore XT Bremssätteln
Meine VerpflegungsstrategieIn diesem Punkt bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Nach allem, was ich gelesen habe, scheinen 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde ein solider Richtwert zu sein. Das hängt natürlich auch stark vom eigenen Körpergewicht ab und davon, was der Magen-Darm-Trakt so verträgt. Manche vertragen deutlich mehr als 90 Gramm, andere weniger. Worin sich jedoch alle Experten einig sind: Teste am Renntag niemals etwas Neues!
Deshalb habe ich bei einer 4-stündigen Ausfahrt getestet, wie viele Kohlenhydrate mein Körper aufnehmen kann, ohne dass mir schlecht wird. Ich habe direkt die verrückte Marke von 120 Gramm pro Stunde angepeilt. Zu meiner Überraschung konnte ich das komplett ohne vorheriges Magen-Training absolut problemlos vertragen. Ich werde das aber definitiv noch weiter testen. Vielleicht hatte ich dieses eine Mal einfach nur Glück und nach 5 oder 6 Stunden sieht die Welt ganz anders aus. Den Großteil der Kohlenhydrate habe ich über Maurten aufgenommen, den Rest über SiS Energy Gels.
Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich mich zu 100 % flüssig ernähren soll oder ob ich noch feste oder halbfeste Nahrung einbaue. Richtig gerne mag ich die Clif Bloks. Ich werde wohl eine Oberrohrtasche montieren, um ein paar davon griffbereit zu haben. Ich hasse es nämlich, während der Fahrt umständlich mit Verpackungen herumzufummeln – besonders in der hektischen Anfangsphase des Rennens, wenn man kaum die Hände vom Lenker nehmen kann.
In Sachen Flüssigkeit werde ich einen 2-Liter-Trinkrucksack (Uswe Outlander Pro) tragen. An einer der Verpflegungsstationen werde ich diesen einfach gegen einen frischen austauschen. Am Bike selbst habe ich noch zwei 800-ml-Flaschen. Sowohl in den Flaschen als auch im Trinkrucksack wird sich nur reines Wasser befinden.
Meine Ziele für das RennenIch dachte eigentlich, meine Verpflegung wäre schwer einzuschätzen, aber mein sportliches Ziel ist noch viel schwieriger zu definieren. Wie schon gesagt: Ich will nicht nur irgendwie finishen, sondern richtig abliefern. Ich starte bei diesem Rennen in der Pro/Elite-Kategorie. Ja, das wird eine gigantische Herausforderung! Ich will mich mit den weltbesten Gravel-SpezialistInnen messen, denn genau das macht für mich den Reiz von Gravel-Rennen aus. Es wurde gerade angekündigt, dass die Pro/Elite-Männer dieses Jahr ein paar Minuten vor den Pro/Elite-Frauen starten, gefolgt vom restlichen Feld. Als ich das gehört habe, ging mir direkt die Düse – aber hey, so bekomme ich die Chance, mich direkt mit den ganz großen Namen zu vergleichen.
Wo stehe ich also? Aktuell liegt meine FTP bei etwa 4,7 W/kg. Mein Ziel ist es, diese bis zum Renntag auf ca. 5 W/kg zu pushen. Ich werde zwar nicht um den Sieg mitfahren, aber ich weiß, dass ich fitter bin als der Durchschnitt. Natürlich steht das Ankommen an oberster Stelle. Ganz egal, wer du bist: Bei einem brutalen Rennen wie Unbound kann immer etwas schiefgehen – und meistens tut es das auch.
Am Ende ist meine Renntaktik denkbar simpel und unterscheidet sich kaum von der der meisten anderen: So lange wie nur irgendwie möglich um mein Leben kämpfen und an der Spitzengruppe dranbleiben. Wenn ich es in die Top 100 schaffe, wäre das der absolute Wahnsinn, aber heimlich hoffe ich natürlich auf noch ein bisschen mehr.
Was meinst du? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? Auf welchem Platz werde ich wohl landen? Lass es mich wissen! Du kannst mir jederzeit eine Nachricht auf Instagram schreiben (@pascalkwaks), meine Website besuchen (www.pascalkwaks.com) oder dich über Strava bei mir melden.
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