Endurance Cycling: So trainierst du richtig für die Langstrecke

Nov 28, 2024

Endurance Cycling: So trainierst du richtig für die Langstrecke
Nov 28, 2024

Endurance Cycling: So trainierst du richtig für die Langstrecke

Nov 28, 2024

Lange Strecken auf dem Rad zu meistern, erfordert eine Mischung aus körperlicher Stärke, Ausdauer, mentaler Stärke und einem gut strukturierten Trainingsplan.
Dieser informative Ratgeber ist sowohl für AnfängerInnen gedacht, die sich auf ihre erste lange Tour vorbereiten, als auch für erfahrene RadfahrerInnen, die ihre Ausdauer, Fitness und Gesamtleistung verbessern wollen.
Zu den wichtigsten Themen, die wir behandeln, gehören die Unterschiede zwischen Ausdauer und Stehvermögen, effektive Trainingsstrategien für jedes Leistungsniveau und spezielle Workouts zur Steigerung der Ausdauer.
Am Ende dieses Guides hast du hoffentlich alle Infos und Tools an der Hand, um deine nächste Langstreckenfahrt selbstbewusst in Angriff zu nehmen.
Was ist Ausdauerradsport?
Beim Ausdauerradsport geht es darum, lange Strecken zurückzulegen – meist mehr als 80 Kilometer (ca. 50 Meilen). Der Fokus liegt hierbei darauf, über einen langen Zeitraum ein gleichmäßiges Tempo zu halten. Um hier richtig gut zu werden, müssen RadfahrerInnen ihre Anstrengung klug dosieren, mit ihren Kräften haushalten und die gesamte Fahrt über mental stark bleiben.
Ab welcher Distanz spricht man von Ausdauerradsport?
Die Definitionen gehen auseinander, aber die meisten sind sich einig, dass jede Fahrt über 80 Kilometer als Ausdauersport gilt. Viele RadfahrerInnen gehen sogar noch weiter und bewältigen über 160 km am Stück. Diese längeren Fahrten bringen RadfahrerInnen sowohl körperlich als auch mental an ihre Grenzen, da sie sich unterschiedlichem Terrain und wechselnden Wetterbedingungen stellen müssen.
Ausdauer vs. Stehvermögen (Stamina) beim Radfahren
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Ausdauer (Endurance) und Stehvermögen (Stamina) beim Radfahren zu verstehen.
Ausdauer bedeutet, dass man als RadfahrerIn über einen langen Zeitraum ein konstantes Tempo fahren kann. Das erfordert nicht nur ein gutes Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Muskelkraft, um selbst bei Ermüdung gleichmäßig in die Pedale zu treten.
Stehvermögen hingegen beschreibt die Fähigkeit, kurze Phasen extrem hoher Intensität wegzustecken – wie einen kurzen, knackigen Anstieg – und sich danach schnell wieder zu erholen, um normal weiterzufahren.
Beide Fähigkeiten sind für AusdauerradfahrerInnen unverzichtbar: Während die Grundlagenausdauer dir hilft, die Leistung über die gesamte Strecke aufrechtzuerhalten, sorgt das Stehvermögen dafür, dass du dich nach harten Passagen schnell wieder regenerierst. Zusammen bilden sie das perfekte Fundament für erfolgreiche Langstrecken.
Warum ist Ausdauertraining so wichtig?
Ausdauertraining, oft auch einfach als „lange Grundlagenausfahrt“ bezeichnet, hilft dir dabei, Dauer und Distanz auf dem Rad optimal zu meistern. Anstatt auf Speed zu fokussieren, geht es hier darum, längere Belastungen über einen großen Zeitraum entspannt durchzuhalten.
Dafür ist es entscheidend, einen starken Fettstoffwechsel aufzubauen. Bei niedriger Intensität verbrennt dein Körper Fett hocheffizient, solange genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Steigt die Intensität, greift der Körper verstärkt auf Kohlenhydrate zurück. Das ist völlig okay – solange du daran denkst, dass die Kohlenhydratspeicher begrenzt sind und auch die Rate, mit der du sie über die Nahrung wieder auffüllen kannst, limitiert ist.
Um wirklich lange Fahrten durchzustehen, ist die Optimierung deiner Fettverbrennung der Schlüssel, da die Fettreserven deines Körpers im Vergleich zu den Kohlenhydratspeichern gigantisch sind.
Die aerobe Schwelle verstehen
Um deine Ausdauer zu verbessern, solltest du die Dauer deiner Trainingseinheiten schrittweise verlängern und die Intensität an oder unter deiner aeroben Schwelle halten. Diese Schwelle markiert den Punkt, an dem die Fettverbrennung den größten Anteil an der Energiebereitstellung hat.
Jenseits dieser Schwelle steigt der Kohlenhydratverbrauch deutlich an und die Fettverbrennung nimmt ab. Typischerweise liegt die aerobe Schwelle zwischen 75 und 90 Prozent deiner Schwellenherzfrequenz oder deiner Functional Threshold Power (FTP). Je besser deine Ausdauer wird, desto weiter verschiebt sich dieser Prozentsatz nach oben.
Progression: Dauer und Intensität steigern
Um deine Ausdauerfahrten auszubauen, solltest du zuerst deine aktuelle Wohlfühldauer ermitteln. Damit ist die Zeit gemeint, in der du ein konstantes, lockeres Tempo fahren kannst, ohne zu ermüden oder einen sprunghaften Anstieg des Pulses zu spüren.
Wenn du problemlos 3 Stunden fahren kannst, ist das dein Startpunkt. Je nach Ziel steigerst du die Dauer nun Schritt für Schritt und horchst dabei regelmäßig in dich hinein, ob sich die Belastung noch gut anfühlt.
Zusätzlich kannst du Tempoblöcke im Bereich deiner aeroben Schwelle einbauen, um die Fettverbrennung zu maximieren und gleichzeitig deinen Speed zu verbessern. Konzentriere dich aber zuerst darauf, die Dauer zu steigern, bevor du Tempoblöcke hinzufügst oder noch längere Strecken anpeilst.
Unser Tipp: Eine gute Faustregel ist es, die wöchentliche Fahrzeit um 15 Minuten zu verlängern.
Die richtige Dauer für lange Ausfahrten finden
Mindestens eine lange Ausfahrt pro Woche ist absolut goldwert. Die optimale Dauer hängt ganz von deinen persönlichen Zielen ab. Für Events, die 4–5 Stunden dauern, reicht eine wöchentliche Ausfahrt von rund 4 Stunden völlig aus.
Selbst bei noch längeren Events solltest du diese Dauer im Training nicht zu oft überschreiten, da die Erholungszeit nach extrem langen Fahrten die darauffolgenden Trainingseinheiten beeinträchtigen kann. Um dein Equipment zu testen, mentale Strategien auszuprobieren oder deine Verpflegung zu optimieren, kannst du im Training durchaus einmal die volle Zieldistanz fahren – übertreibe es aber nicht.
Wenn du für extreme Distanzen trainierst, planst du am besten eine längere Fahrt pro Monat (5–6 Stunden) ein und hältst die Ausfahrten in den anderen Wochen bei soliden 4 bis 4,5 Stunden. Mit diesem ausgewogenen Mix bist du bestens vorbereitet.
So verbesserst du deine Ausdauer auf dem Rad
Viele fragen sich, wie sie die Dauer ihrer Ausfahrten effektiv verlängern können. Der Aufbau von Radsport-Ausdauer braucht Zeit, besonders für EinsteigerInnen. Die gute Nachricht ist: Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du deine Ausdauer schneller und effektiver steigern.
Hier ist dein Fahrplan zu mehr Ausdauer in 7 einfachen Schritten:
1. Kenne deine Limits
Der beste Weg, um deine aktuelle Fitness zu bestimmen, ist ein Leistungstest zur Ermittlung deiner Functional Threshold Power (FTP). Dieser Wert zeigt, welche maximale Durchschnittsleistung du über eine Stunde aufrechterhalten kannst, und dient als Basis für deine Trainingszonen.
Wenn du deine FTP kennst, kannst du deine Trainingsbereiche exakt definieren, wie zum Beispiel:
Grundlagenausdauer
Tempo-Bereich und
Intervalltraining.
So kannst du dein Training strategisch aufbauen. Indem du deine Einheiten genau auf diese Zonen abstimmst, stärkst du deine Stärken und arbeitest gezielt an deinen Schwachstellen – für maximale Effizienz auf dem Weg zu deinen Zielen.
2. Fahr länger und entspannter
Eine der effektivsten Methoden zur Steigerung der Ausdauer sind lange, lockere Fahrten. Peile Ausfahrten an, die länger als zwei Stunden dauern, und halte dabei ein entspanntes, gut durchhaltbares Tempo. Dieses Zone-2-Training stärkt dein Herz-Kreislauf-System, lässt dein Herz effizienter pumpen und verbessert die Thermoregulation deines Körpers bei langen Belastungen.
Zudem helfen diese langen Einheiten dabei, die Energieproduktion in deinen Muskeln zu optimieren, indem sie den aeroben Stoffwechsel effizienter machen. Je mehr Zeit du im Sattel verbringst, desto besser lernt dein Körper, Fett als primäre Energiequelle zu nutzen – das A und O für lange Strecken.
Extra-Tipp: Lange, entspannte Fahrten sind auch die perfekte Gelegenheit, um an deiner Fahrtechnik zu feilen und deine Ernährungsstrategie für den Ernstfall zu testen.
3. Setze auf lange Intervalle
Eine bewährte Methode, um deine Ausdauer auf ein neues Level zu heben, sind längere Intervalle mit höherer Intensität. Diese Intervalleinheiten sollten idealerweise zwischen 4 und 10 Minuten dauern. In dieser Zeit forderst du dich bewusst mehr als bei deinem normalen Ausdauertempo.
Konzentriere dich bei diesen intensiven Intervallen auf eine saubere Fahrtechnik und eine gleichmäßige Atmung. Dein Puls sollte dabei bei etwa 80–90 % deiner maximalen Herzfrequenz liegen. Das pusht nicht nur deine Leistung an der Schwelle, sondern verbessert auch deine aerobe Kapazität und Kraftausdauer.
Wenn du solche Intervalle in deinen Trainingsplan einbaust, wirst du merken, wie dir lange Fahrten und steile Anstiege spürbar leichter fallen. Achte aber darauf, nach diesen harten Einheiten für ausreichend Regeneration zu sorgen, damit sich dein Körper anpassen und wachsen kann.
4. Nutze polarisiertes Training
Polarisiertes Training ist eine extrem effektive Methode, bei der du dein Training in zwei klare Intensitätsbereiche aufteilst: sehr locker und sehr intensiv. Die Idee dahinter: Etwa 80 % deiner gesamten Trainingszeit verbringst du im absoluten Grundlagenbereich (Zone 2), während du die restlichen 20 % für hochintensive Intervalle reservierst.
Anstatt viel Zeit im mittleren Intensitätsbereich zu verbringen, der oft sehr ermüdend, aber weniger effektiv ist, fokussierst du dich auf „easy Ausfahrten“ zur aktiven Regeneration und zum Ausdaueraufbau sowie auf knackige Sessions, die deine Grenzen verschieben.
Besonders für RadfahrerInnen mit wenig Zeit maximiert diese Strategie den Trainingseffekt, da sie mehr Raum für Erholung lässt und das Risiko von Übertraining oder Verletzungen minimiert. Durch diesen polarisierten Ansatz steigerst du nicht nur deine allgemeine Fitness, sondern kannst auch dann Spitzenleistungen abrufen, wenn es wirklich darauf ankommt.
5. Vergiss das Krafttraining nicht
Zusätzliche Krafteinheiten sind für RadfahrerInnen ein echter Gamechanger beim Ausdaueraufbau. Dein Krafttraining kann ganz vielseitig aussehen, zum Beispiel mit:
Freien Gewichten,
Widerstandsbändern oder
Eigengewichtsübungen.
Gerade als AnfängerIn ist es ratsam, diese Übungen unter Anleitung von professionellen Coaches oder TrainerInnen durchzuführen. Das stellt sicher, dass du die Übungen sauber ausführst, was entscheidend ist, um Verletzungen vorzubeugen und das Beste aus deinem Training herauszuholen.
6. Achte auf Ernährung und Flüssigkeit
Die richtige Verpflegung und Hydration sind das Fundament für deine Performance auf dem Rad. Wer hart trainiert, muss seinem Körper auch die nötigen Nährstoffe liefern, um die Regeneration anzukurbeln und das Energielevel hochzuhalten. Auch hier kann es sich lohnen, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um einen perfekt auf dich und deine Ziele abgestimmten Ernährungsplan zu erstellen.
7. Gönn dir genügend Pausen
Zu guter Letzt: Ruhetage sind für deine Fitness genauso wichtig wie die Stunden im Sattel. Erst in den Pausen regeneriert dein Körper und passt sich an die Trainingsreize an. Beim Training entstehen winzige Mikrorisse in den Muskeln – die Erholungsphasen reparieren und stärken diese Fasern, was dich letztlich schneller und stärker macht.
Wer Ruhetage ausfallen lässt, riskiert:
Chronische Erschöpfung
Ständig schwere Beine oder im schlimmsten Fall
Übertraining, das dich im Fortschritt zurückwirft und das Verletzungsrisiko drastisch erhöht.
Unser Tipp: Schlaf und Erholung boosten nicht nur deine körperliche Leistungsfähigkeit, sondern halten auch deinen Fokus und deine Motivation hoch. Regeneration ist einfach nicht verhandelbar, wenn du das Beste aus deinem Training herausholen willst.
Ausdauertraining für EinsteigerInnen
Wenn du gerade erst mit dem Radsport beginnst, starte am besten mit lockeren Fahrten. So gewöhnst du dich an die Sitzposition und baust gleichzeitig eine solide Grundfitness auf. Der Schlüssel liegt darin, die Fahrzeit von Woche zu Woche ganz behutsam zu steigern, damit sich dein Körper anpassen kann.
Ein Beispiel: Wenn du aktuell zweimal pro Woche je eine Stunde fährst, baue eine dritte Fahrt ein, halte aber alle Einheiten zunächst bei einer Stunde. Sobald sich das gut anfühlt, kannst du auf drei bis vier Fahrten pro Woche aufstocken und die Dauer langsam ausdehnen.
Achte in dieser Phase darauf, wirklich entspannt und locker zu fahren. Sieh es wie den Bau eines Hauses: Du setzt auch kein Dach auf, bevor das Fundament felsenfest steht. Diese lockeren Ausfahrten sind deine Basis für alles, was danach kommt.
Ausdaueraufbau für erfahrene RadfahrerInnen
Den Profis bei der World Tour zuzuschauen, ist absolut faszinierend. Oft vergessen wir dabei jedoch, dass die Rennen nur die Spitze des Eisbergs sind. Hinter jedem Erfolg stecken unzählige Stunden harter Arbeit, Disziplin und Hingabe im Schatten der Öffentlichkeit.
Was die besten RadfahrerInnen der Welt auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, einen langfristigen Trainingsplan mit eiserner Disziplin durchzuziehen. Das bedeutet tagtägliche lange Ausfahrten und intensive Workouts. Wer in dieser Routine seine Erfüllung findet, bleibt langfristig motiviert und schraubt seine Leistung immer weiter nach oben.
Denk daran: Jeder einzelne Tag, an dem du deinen Trainingsplan durchziehst, bringt dich einen Schritt näher an deine Ziele. Erfolg ist keine reine Frage von Talent, sondern das Ergebnis von kontinuierlichem Einsatz und täglicher Verbesserung.
So erstellst du deinen perfekten Ausdauer-Trainingsplan
Wenn du deine Ausdauer und Fitness auf dem Rad aufs nächste Level bringen willst, gibt es zwei hocheffektive Methoden, um deinen Radsport-„Motor“ zu tunen.
Die zwei besten Trainingsmethoden
Zone-2-Training und
Zone 2
Beim Zone-2-Training fährst du in einem moderaten Tempo, bei dem du dich noch locker unterhalten kannst, ohne außer Atem zu geraten. Diese Intensität ist der absolute Schlüssel für deine Grundlagenausdauer. Wenn du regelmäßig genügend Zeit in dieser Zone verbringst (idealerweise 90 Minuten oder mehr) – besonders bei längeren Wochenendausfahrten zwischen 2 und 5 Stunden –, wirst du massive Fortschritte machen. Zone-2-Training verbessert deine Lungenkapazität, stärkt dein Herz und optimiert die Energieproduktion in den Kraftwerken deiner Zellen (Mitochondrien).
High-Intensity Interval Training (HIIT)
HIIT basiert auf dem Wechsel von kurzen, maximalen Belastungen und aktiven Erholungsphasen. Als EinsteigerIn startest du am besten mit 2 bis 5 solcher Intervalle. Eine typische Session beginnt mit einem lockeren Warm-up, gefolgt von den hochintensiven Intervallen, und endet mit einem entspannten Cool-down.
Für das Indoor-Training sind Smart-Trainer und Apps wie Zwift genial, um deine Leistung exakt im Blick zu behalten. Aber auch schnelle Gruppenfahrten im Freien eignen sich super für eine spontane HIIT-Einheit.
Während Zone-2-Training vor allem deine Ausdauerbasis stärkt, zielt HIIT darauf ab, deinen Topspeed und deine Spritzigkeit zu verbessern.
Studien zeigen, dass schon wenige HIIT-Einheiten pro Woche deine Fitness in kürzester Zeit spürbar pushen können.
Tipps für dein HIIT-Training:
Starte mit nur einer HIIT-Einheit pro Woche.
Steigere die Intensität und Belastung nur schrittweise.
Erhöhe den Umfang erst, wenn du dich wirklich bereit dafür fühlst.
Gehe nicht bei jeder Einheit komplett ans Limit – spar dir Körner für die nächsten Tage.
Wähle Workouts, die dir Spaß machen, um langfristig am Ball zu bleiben.
Konstanz ist der wichtigste Faktor für echten Fortschritt.
Der richtige Mix aus lockeren Tagen und intensiven Sessions ist das Geheimnis für eine überragende Ausdauer. Mit diesem Ansatz wirst du deine Leistung auf dem Rad kontinuierlich steigern.
Die besten Rad-Workouts für mehr Ausdauer
Hier sind drei unserer besten Ausdauer-Workouts, mit denen du dein Stehvermögen und deine Performance gezielt verbessern kannst. Jedes Workout ist so konzipiert, dass es Spaß macht, super in den Alltag passt und maximal effektiv ist. Damit baust du nicht nur Ausdauer auf, sondern lernst auch, deine Kräfte auf langen Fahrten clever einzuteilen.
Egal, ob du gerade erst startest oder schon länger im Sattel sitzt – hier ist für jedes Ziel das passende Workout dabei.
1. Das intensive 3-Stunden-Ausdauer-Workout

Bei diesem 3-stündigen Workout fährst du Intervalle, die zwischen höherer und niedrigerer Intensität wechseln. Versuche, überwiegend im Ausdauerbereich zu bleiben und deinen Puls im moderaten Bereich zu halten. Halte deine Trittfrequenz für maximale Effizienz und Ausdauer bei ca. 90 U/min.
Behalte deinen Puls im Auge und passe die Intensität so an, dass du in den Belastungsphasen Gas gibst, dich in den Pausen aber gut erholst. Das stärkt deine aerobe Kapazität und Ausdauer.
Teste dieses intensive 3-Stunden-Workout komplett kostenlos.
2. Das 4 x 10-Minuten-Tempo-Ausdauer-Workout

Bei diesem strukturierten Workout fährst du 4 Intervalle von je 10 Minuten im zügigen Tempo-Bereich. Um dich zwischendurch optimal zu erholen, machst du zwischen den Intervallen jeweils 5 Minuten Pause. Versuche, deine Trittfrequenz konstant um die 90 U/min zu halten – das optimiert deinen runden Tritt und verbessert deine Tempohärte.
Teste dieses 4x 10-Minuten-Tempo-Workout komplett kostenlos.
3. Das lockere Ausdauer-Workout

Bei dieser Einheit stehen insgesamt 4,5 Stunden konstantes, lockeres GA1-Training auf dem Programm. Peile auch hier eine Trittfrequenz von rund 90 U/min an. Du kannst die Fahrt ganz entspannt solo im eigenen Tempo absolvieren, dich einer netten Gruppe anschließen oder die Kilometer indoor auf dem Smart-Trainer abspulen. Auch wenn der Fokus auf einem lockeren Tempo liegt, kannst du gerne ein paar kurze Antritte einbauen, um etwas Abwechslung reinzubringen – solange du die meiste Zeit im absolut grünen Bereich fährst.
Teste dieses lockere Ausdauer-Workout komplett kostenlos.
So testest du deine Ausdauer auf dem Rad
Für Profis und Radsportfans hat Mailand–Sanremo einen ganz besonderen Stellenwert im Kalender – es läutet traditionell die Klassiker-Saison ein. Das Besondere an diesem Monument: 300 Kilometer flaches Terrain durch die Po-Ebene, bei dem das eigentliche Finale erst auf den letzten 30 Kilometern eingeläutet wird.
Kurz vor dem Ziel warten die beiden legendären Anstiege: die „Cipressa“ und direkt danach der „Poggio“. Der Gipfel des Poggio, nur 5 Kilometer vor der Ziellinie auf der Via Roma, ist die perfekte Rampe für KlettererInnen und Puncheure, um sich entscheidend von den SprinterInnen abzusetzen.
Kräfte clever einteilen
Um bei Mailand–Sanremo ganz vorne mitzumischen, müssen die FahrerInnen extrem haushalten. Die Teammitglieder spielen eine Schlüsselrolle, indem sie ihren KapitänInnen im Peloton so viel Windschatten wie möglich bieten, bis der Poggio erreicht ist.
Dort angekommen müssen die SprinterInnen zeigen, ob sie das Tempo der Bergfahrenden mitgehen können. Der Erfolg hängt am Ende oft davon ab, wer nach 290 Kilometern im Sattel noch die meisten Körner übrig hat. Die Kunst ist es nicht nur, den Poggio schnell hochzufahren, sondern nach einem so langen Rennen noch sprinten zu können. Wer seine Kräfte am besten eingeteilt hat, steht am Ende ganz oben auf dem Podium.
Wenn es darum geht, die eigene Ausdauer zu testen, sollte man sich nicht nur auf die Functional Threshold Power (FTP) oder das Leistungsprofil verlassen. Die FTP zeigt zwar, welche Leistung du über eine Stunde treten kannst, aber diese Werte zeigen oft nur ein unvollständiges Bild deiner tatsächlichen Langstrecken-Leistungsfähigkeit.
Aerobe Entkopplung (Aerobic Decoupling)
Ein genialer Wert zur Messung deiner aeroben Ausdauer ist die aerobe Entkopplung (AD). Dieser Wert vergleicht das Verhältnis von Puls und erbrachter Leistung zwischen der ersten und der zweiten Hälfte deines Workouts.
Eine starke Entkopplung (also ein deutlich steigender Puls bei gleichbleibender Wattzahl in der zweiten Hälfte) zeigt, dass dein Körper stark ermüdet ist und das Herz-Kreislauf-System viel härter arbeiten muss, um dieselbe Leistung zu erbringen.
Peile optimale Entkopplungswerte an
Um die aerobe Entkopplung richtig zu deuten, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel kann Dehydration die Werte verfälschen. Ein starker Pulsanstieg kann schlicht an zu wenig Flüssigkeit oder extremer Hitze liegen, aber auch eine mangelhafte Verpflegung schlägt sich hier nieder.
Unser Tipp: Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten die Testfahrten mindestens zwei Stunden dauern und die Intensität in beiden Hälften möglichst identisch sein.
Um deine Fortschritte bei der aeroben Entkopplung über Wochen zu tracken, vergleichst du am besten ähnliche Einheiten unter vergleichbaren Bedingungen und mit ähnlicher Vorbelastung.
Ein Entkopplungswert von unter 5 % bei einer 2- bis 4-stündigen Ausfahrt ist ein hervorragendes Ziel und zeigt eine top Grundlagenausdauer.
Egal, ob du dieses Wissen bei den 300 Kilometern von Mailand–Sanremo oder bei deinem nächsten Jedermann-Rennen nutzt: Es legt den Grundstein für deinen Erfolg.
Dynamische Ausdauer-Trainingspläne
Wenn du Radsport liebst und deine Ausdauer gezielt verbessern willst, bietet JOIN dynamische Trainingspläne, die von Profi-Coaches speziell für FahrerInnen wie dich entwickelt wurden.
Unsere Trainingspläne passen sich flexibel an, um deine Leistung Schritt für Schritt auf ein neues Level zu heben – für sichtbare und spürbare Fortschritte.
JOIN stellt sich komplett auf dein aktuelles Fitnesslevel und deine zeitliche Verfügbarkeit ein. So ist jede Einheit fordernd, aber absolut machbar und lässt sich perfekt in deinen Alltag integrieren.
Teste JOIN jetzt kostenlos und bring deine Performance auf ein neues Level!
Lange Strecken auf dem Rad zu meistern, erfordert eine Mischung aus körperlicher Stärke, Ausdauer, mentaler Stärke und einem gut strukturierten Trainingsplan.
Dieser informative Ratgeber ist sowohl für AnfängerInnen gedacht, die sich auf ihre erste lange Tour vorbereiten, als auch für erfahrene RadfahrerInnen, die ihre Ausdauer, Fitness und Gesamtleistung verbessern wollen.
Zu den wichtigsten Themen, die wir behandeln, gehören die Unterschiede zwischen Ausdauer und Stehvermögen, effektive Trainingsstrategien für jedes Leistungsniveau und spezielle Workouts zur Steigerung der Ausdauer.
Am Ende dieses Guides hast du hoffentlich alle Infos und Tools an der Hand, um deine nächste Langstreckenfahrt selbstbewusst in Angriff zu nehmen.
Was ist Ausdauerradsport?
Beim Ausdauerradsport geht es darum, lange Strecken zurückzulegen – meist mehr als 80 Kilometer (ca. 50 Meilen). Der Fokus liegt hierbei darauf, über einen langen Zeitraum ein gleichmäßiges Tempo zu halten. Um hier richtig gut zu werden, müssen RadfahrerInnen ihre Anstrengung klug dosieren, mit ihren Kräften haushalten und die gesamte Fahrt über mental stark bleiben.
Ab welcher Distanz spricht man von Ausdauerradsport?
Die Definitionen gehen auseinander, aber die meisten sind sich einig, dass jede Fahrt über 80 Kilometer als Ausdauersport gilt. Viele RadfahrerInnen gehen sogar noch weiter und bewältigen über 160 km am Stück. Diese längeren Fahrten bringen RadfahrerInnen sowohl körperlich als auch mental an ihre Grenzen, da sie sich unterschiedlichem Terrain und wechselnden Wetterbedingungen stellen müssen.
Ausdauer vs. Stehvermögen (Stamina) beim Radfahren
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Ausdauer (Endurance) und Stehvermögen (Stamina) beim Radfahren zu verstehen.
Ausdauer bedeutet, dass man als RadfahrerIn über einen langen Zeitraum ein konstantes Tempo fahren kann. Das erfordert nicht nur ein gutes Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Muskelkraft, um selbst bei Ermüdung gleichmäßig in die Pedale zu treten.
Stehvermögen hingegen beschreibt die Fähigkeit, kurze Phasen extrem hoher Intensität wegzustecken – wie einen kurzen, knackigen Anstieg – und sich danach schnell wieder zu erholen, um normal weiterzufahren.
Beide Fähigkeiten sind für AusdauerradfahrerInnen unverzichtbar: Während die Grundlagenausdauer dir hilft, die Leistung über die gesamte Strecke aufrechtzuerhalten, sorgt das Stehvermögen dafür, dass du dich nach harten Passagen schnell wieder regenerierst. Zusammen bilden sie das perfekte Fundament für erfolgreiche Langstrecken.
Warum ist Ausdauertraining so wichtig?
Ausdauertraining, oft auch einfach als „lange Grundlagenausfahrt“ bezeichnet, hilft dir dabei, Dauer und Distanz auf dem Rad optimal zu meistern. Anstatt auf Speed zu fokussieren, geht es hier darum, längere Belastungen über einen großen Zeitraum entspannt durchzuhalten.
Dafür ist es entscheidend, einen starken Fettstoffwechsel aufzubauen. Bei niedriger Intensität verbrennt dein Körper Fett hocheffizient, solange genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Steigt die Intensität, greift der Körper verstärkt auf Kohlenhydrate zurück. Das ist völlig okay – solange du daran denkst, dass die Kohlenhydratspeicher begrenzt sind und auch die Rate, mit der du sie über die Nahrung wieder auffüllen kannst, limitiert ist.
Um wirklich lange Fahrten durchzustehen, ist die Optimierung deiner Fettverbrennung der Schlüssel, da die Fettreserven deines Körpers im Vergleich zu den Kohlenhydratspeichern gigantisch sind.
Die aerobe Schwelle verstehen
Um deine Ausdauer zu verbessern, solltest du die Dauer deiner Trainingseinheiten schrittweise verlängern und die Intensität an oder unter deiner aeroben Schwelle halten. Diese Schwelle markiert den Punkt, an dem die Fettverbrennung den größten Anteil an der Energiebereitstellung hat.
Jenseits dieser Schwelle steigt der Kohlenhydratverbrauch deutlich an und die Fettverbrennung nimmt ab. Typischerweise liegt die aerobe Schwelle zwischen 75 und 90 Prozent deiner Schwellenherzfrequenz oder deiner Functional Threshold Power (FTP). Je besser deine Ausdauer wird, desto weiter verschiebt sich dieser Prozentsatz nach oben.
Progression: Dauer und Intensität steigern
Um deine Ausdauerfahrten auszubauen, solltest du zuerst deine aktuelle Wohlfühldauer ermitteln. Damit ist die Zeit gemeint, in der du ein konstantes, lockeres Tempo fahren kannst, ohne zu ermüden oder einen sprunghaften Anstieg des Pulses zu spüren.
Wenn du problemlos 3 Stunden fahren kannst, ist das dein Startpunkt. Je nach Ziel steigerst du die Dauer nun Schritt für Schritt und horchst dabei regelmäßig in dich hinein, ob sich die Belastung noch gut anfühlt.
Zusätzlich kannst du Tempoblöcke im Bereich deiner aeroben Schwelle einbauen, um die Fettverbrennung zu maximieren und gleichzeitig deinen Speed zu verbessern. Konzentriere dich aber zuerst darauf, die Dauer zu steigern, bevor du Tempoblöcke hinzufügst oder noch längere Strecken anpeilst.
Unser Tipp: Eine gute Faustregel ist es, die wöchentliche Fahrzeit um 15 Minuten zu verlängern.
Die richtige Dauer für lange Ausfahrten finden
Mindestens eine lange Ausfahrt pro Woche ist absolut goldwert. Die optimale Dauer hängt ganz von deinen persönlichen Zielen ab. Für Events, die 4–5 Stunden dauern, reicht eine wöchentliche Ausfahrt von rund 4 Stunden völlig aus.
Selbst bei noch längeren Events solltest du diese Dauer im Training nicht zu oft überschreiten, da die Erholungszeit nach extrem langen Fahrten die darauffolgenden Trainingseinheiten beeinträchtigen kann. Um dein Equipment zu testen, mentale Strategien auszuprobieren oder deine Verpflegung zu optimieren, kannst du im Training durchaus einmal die volle Zieldistanz fahren – übertreibe es aber nicht.
Wenn du für extreme Distanzen trainierst, planst du am besten eine längere Fahrt pro Monat (5–6 Stunden) ein und hältst die Ausfahrten in den anderen Wochen bei soliden 4 bis 4,5 Stunden. Mit diesem ausgewogenen Mix bist du bestens vorbereitet.
So verbesserst du deine Ausdauer auf dem Rad
Viele fragen sich, wie sie die Dauer ihrer Ausfahrten effektiv verlängern können. Der Aufbau von Radsport-Ausdauer braucht Zeit, besonders für EinsteigerInnen. Die gute Nachricht ist: Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du deine Ausdauer schneller und effektiver steigern.
Hier ist dein Fahrplan zu mehr Ausdauer in 7 einfachen Schritten:
1. Kenne deine Limits
Der beste Weg, um deine aktuelle Fitness zu bestimmen, ist ein Leistungstest zur Ermittlung deiner Functional Threshold Power (FTP). Dieser Wert zeigt, welche maximale Durchschnittsleistung du über eine Stunde aufrechterhalten kannst, und dient als Basis für deine Trainingszonen.
Wenn du deine FTP kennst, kannst du deine Trainingsbereiche exakt definieren, wie zum Beispiel:
Grundlagenausdauer
Tempo-Bereich und
Intervalltraining.
So kannst du dein Training strategisch aufbauen. Indem du deine Einheiten genau auf diese Zonen abstimmst, stärkst du deine Stärken und arbeitest gezielt an deinen Schwachstellen – für maximale Effizienz auf dem Weg zu deinen Zielen.
2. Fahr länger und entspannter
Eine der effektivsten Methoden zur Steigerung der Ausdauer sind lange, lockere Fahrten. Peile Ausfahrten an, die länger als zwei Stunden dauern, und halte dabei ein entspanntes, gut durchhaltbares Tempo. Dieses Zone-2-Training stärkt dein Herz-Kreislauf-System, lässt dein Herz effizienter pumpen und verbessert die Thermoregulation deines Körpers bei langen Belastungen.
Zudem helfen diese langen Einheiten dabei, die Energieproduktion in deinen Muskeln zu optimieren, indem sie den aeroben Stoffwechsel effizienter machen. Je mehr Zeit du im Sattel verbringst, desto besser lernt dein Körper, Fett als primäre Energiequelle zu nutzen – das A und O für lange Strecken.
Extra-Tipp: Lange, entspannte Fahrten sind auch die perfekte Gelegenheit, um an deiner Fahrtechnik zu feilen und deine Ernährungsstrategie für den Ernstfall zu testen.
3. Setze auf lange Intervalle
Eine bewährte Methode, um deine Ausdauer auf ein neues Level zu heben, sind längere Intervalle mit höherer Intensität. Diese Intervalleinheiten sollten idealerweise zwischen 4 und 10 Minuten dauern. In dieser Zeit forderst du dich bewusst mehr als bei deinem normalen Ausdauertempo.
Konzentriere dich bei diesen intensiven Intervallen auf eine saubere Fahrtechnik und eine gleichmäßige Atmung. Dein Puls sollte dabei bei etwa 80–90 % deiner maximalen Herzfrequenz liegen. Das pusht nicht nur deine Leistung an der Schwelle, sondern verbessert auch deine aerobe Kapazität und Kraftausdauer.
Wenn du solche Intervalle in deinen Trainingsplan einbaust, wirst du merken, wie dir lange Fahrten und steile Anstiege spürbar leichter fallen. Achte aber darauf, nach diesen harten Einheiten für ausreichend Regeneration zu sorgen, damit sich dein Körper anpassen und wachsen kann.
4. Nutze polarisiertes Training
Polarisiertes Training ist eine extrem effektive Methode, bei der du dein Training in zwei klare Intensitätsbereiche aufteilst: sehr locker und sehr intensiv. Die Idee dahinter: Etwa 80 % deiner gesamten Trainingszeit verbringst du im absoluten Grundlagenbereich (Zone 2), während du die restlichen 20 % für hochintensive Intervalle reservierst.
Anstatt viel Zeit im mittleren Intensitätsbereich zu verbringen, der oft sehr ermüdend, aber weniger effektiv ist, fokussierst du dich auf „easy Ausfahrten“ zur aktiven Regeneration und zum Ausdaueraufbau sowie auf knackige Sessions, die deine Grenzen verschieben.
Besonders für RadfahrerInnen mit wenig Zeit maximiert diese Strategie den Trainingseffekt, da sie mehr Raum für Erholung lässt und das Risiko von Übertraining oder Verletzungen minimiert. Durch diesen polarisierten Ansatz steigerst du nicht nur deine allgemeine Fitness, sondern kannst auch dann Spitzenleistungen abrufen, wenn es wirklich darauf ankommt.
5. Vergiss das Krafttraining nicht
Zusätzliche Krafteinheiten sind für RadfahrerInnen ein echter Gamechanger beim Ausdaueraufbau. Dein Krafttraining kann ganz vielseitig aussehen, zum Beispiel mit:
Freien Gewichten,
Widerstandsbändern oder
Eigengewichtsübungen.
Gerade als AnfängerIn ist es ratsam, diese Übungen unter Anleitung von professionellen Coaches oder TrainerInnen durchzuführen. Das stellt sicher, dass du die Übungen sauber ausführst, was entscheidend ist, um Verletzungen vorzubeugen und das Beste aus deinem Training herauszuholen.
6. Achte auf Ernährung und Flüssigkeit
Die richtige Verpflegung und Hydration sind das Fundament für deine Performance auf dem Rad. Wer hart trainiert, muss seinem Körper auch die nötigen Nährstoffe liefern, um die Regeneration anzukurbeln und das Energielevel hochzuhalten. Auch hier kann es sich lohnen, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um einen perfekt auf dich und deine Ziele abgestimmten Ernährungsplan zu erstellen.
7. Gönn dir genügend Pausen
Zu guter Letzt: Ruhetage sind für deine Fitness genauso wichtig wie die Stunden im Sattel. Erst in den Pausen regeneriert dein Körper und passt sich an die Trainingsreize an. Beim Training entstehen winzige Mikrorisse in den Muskeln – die Erholungsphasen reparieren und stärken diese Fasern, was dich letztlich schneller und stärker macht.
Wer Ruhetage ausfallen lässt, riskiert:
Chronische Erschöpfung
Ständig schwere Beine oder im schlimmsten Fall
Übertraining, das dich im Fortschritt zurückwirft und das Verletzungsrisiko drastisch erhöht.
Unser Tipp: Schlaf und Erholung boosten nicht nur deine körperliche Leistungsfähigkeit, sondern halten auch deinen Fokus und deine Motivation hoch. Regeneration ist einfach nicht verhandelbar, wenn du das Beste aus deinem Training herausholen willst.
Ausdauertraining für EinsteigerInnen
Wenn du gerade erst mit dem Radsport beginnst, starte am besten mit lockeren Fahrten. So gewöhnst du dich an die Sitzposition und baust gleichzeitig eine solide Grundfitness auf. Der Schlüssel liegt darin, die Fahrzeit von Woche zu Woche ganz behutsam zu steigern, damit sich dein Körper anpassen kann.
Ein Beispiel: Wenn du aktuell zweimal pro Woche je eine Stunde fährst, baue eine dritte Fahrt ein, halte aber alle Einheiten zunächst bei einer Stunde. Sobald sich das gut anfühlt, kannst du auf drei bis vier Fahrten pro Woche aufstocken und die Dauer langsam ausdehnen.
Achte in dieser Phase darauf, wirklich entspannt und locker zu fahren. Sieh es wie den Bau eines Hauses: Du setzt auch kein Dach auf, bevor das Fundament felsenfest steht. Diese lockeren Ausfahrten sind deine Basis für alles, was danach kommt.
Ausdaueraufbau für erfahrene RadfahrerInnen
Den Profis bei der World Tour zuzuschauen, ist absolut faszinierend. Oft vergessen wir dabei jedoch, dass die Rennen nur die Spitze des Eisbergs sind. Hinter jedem Erfolg stecken unzählige Stunden harter Arbeit, Disziplin und Hingabe im Schatten der Öffentlichkeit.
Was die besten RadfahrerInnen der Welt auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, einen langfristigen Trainingsplan mit eiserner Disziplin durchzuziehen. Das bedeutet tagtägliche lange Ausfahrten und intensive Workouts. Wer in dieser Routine seine Erfüllung findet, bleibt langfristig motiviert und schraubt seine Leistung immer weiter nach oben.
Denk daran: Jeder einzelne Tag, an dem du deinen Trainingsplan durchziehst, bringt dich einen Schritt näher an deine Ziele. Erfolg ist keine reine Frage von Talent, sondern das Ergebnis von kontinuierlichem Einsatz und täglicher Verbesserung.
So erstellst du deinen perfekten Ausdauer-Trainingsplan
Wenn du deine Ausdauer und Fitness auf dem Rad aufs nächste Level bringen willst, gibt es zwei hocheffektive Methoden, um deinen Radsport-„Motor“ zu tunen.
Die zwei besten Trainingsmethoden
Zone-2-Training und
Zone 2
Beim Zone-2-Training fährst du in einem moderaten Tempo, bei dem du dich noch locker unterhalten kannst, ohne außer Atem zu geraten. Diese Intensität ist der absolute Schlüssel für deine Grundlagenausdauer. Wenn du regelmäßig genügend Zeit in dieser Zone verbringst (idealerweise 90 Minuten oder mehr) – besonders bei längeren Wochenendausfahrten zwischen 2 und 5 Stunden –, wirst du massive Fortschritte machen. Zone-2-Training verbessert deine Lungenkapazität, stärkt dein Herz und optimiert die Energieproduktion in den Kraftwerken deiner Zellen (Mitochondrien).
High-Intensity Interval Training (HIIT)
HIIT basiert auf dem Wechsel von kurzen, maximalen Belastungen und aktiven Erholungsphasen. Als EinsteigerIn startest du am besten mit 2 bis 5 solcher Intervalle. Eine typische Session beginnt mit einem lockeren Warm-up, gefolgt von den hochintensiven Intervallen, und endet mit einem entspannten Cool-down.
Für das Indoor-Training sind Smart-Trainer und Apps wie Zwift genial, um deine Leistung exakt im Blick zu behalten. Aber auch schnelle Gruppenfahrten im Freien eignen sich super für eine spontane HIIT-Einheit.
Während Zone-2-Training vor allem deine Ausdauerbasis stärkt, zielt HIIT darauf ab, deinen Topspeed und deine Spritzigkeit zu verbessern.
Studien zeigen, dass schon wenige HIIT-Einheiten pro Woche deine Fitness in kürzester Zeit spürbar pushen können.
Tipps für dein HIIT-Training:
Starte mit nur einer HIIT-Einheit pro Woche.
Steigere die Intensität und Belastung nur schrittweise.
Erhöhe den Umfang erst, wenn du dich wirklich bereit dafür fühlst.
Gehe nicht bei jeder Einheit komplett ans Limit – spar dir Körner für die nächsten Tage.
Wähle Workouts, die dir Spaß machen, um langfristig am Ball zu bleiben.
Konstanz ist der wichtigste Faktor für echten Fortschritt.
Der richtige Mix aus lockeren Tagen und intensiven Sessions ist das Geheimnis für eine überragende Ausdauer. Mit diesem Ansatz wirst du deine Leistung auf dem Rad kontinuierlich steigern.
Die besten Rad-Workouts für mehr Ausdauer
Hier sind drei unserer besten Ausdauer-Workouts, mit denen du dein Stehvermögen und deine Performance gezielt verbessern kannst. Jedes Workout ist so konzipiert, dass es Spaß macht, super in den Alltag passt und maximal effektiv ist. Damit baust du nicht nur Ausdauer auf, sondern lernst auch, deine Kräfte auf langen Fahrten clever einzuteilen.
Egal, ob du gerade erst startest oder schon länger im Sattel sitzt – hier ist für jedes Ziel das passende Workout dabei.
1. Das intensive 3-Stunden-Ausdauer-Workout

Bei diesem 3-stündigen Workout fährst du Intervalle, die zwischen höherer und niedrigerer Intensität wechseln. Versuche, überwiegend im Ausdauerbereich zu bleiben und deinen Puls im moderaten Bereich zu halten. Halte deine Trittfrequenz für maximale Effizienz und Ausdauer bei ca. 90 U/min.
Behalte deinen Puls im Auge und passe die Intensität so an, dass du in den Belastungsphasen Gas gibst, dich in den Pausen aber gut erholst. Das stärkt deine aerobe Kapazität und Ausdauer.
Teste dieses intensive 3-Stunden-Workout komplett kostenlos.
2. Das 4 x 10-Minuten-Tempo-Ausdauer-Workout

Bei diesem strukturierten Workout fährst du 4 Intervalle von je 10 Minuten im zügigen Tempo-Bereich. Um dich zwischendurch optimal zu erholen, machst du zwischen den Intervallen jeweils 5 Minuten Pause. Versuche, deine Trittfrequenz konstant um die 90 U/min zu halten – das optimiert deinen runden Tritt und verbessert deine Tempohärte.
Teste dieses 4x 10-Minuten-Tempo-Workout komplett kostenlos.
3. Das lockere Ausdauer-Workout

Bei dieser Einheit stehen insgesamt 4,5 Stunden konstantes, lockeres GA1-Training auf dem Programm. Peile auch hier eine Trittfrequenz von rund 90 U/min an. Du kannst die Fahrt ganz entspannt solo im eigenen Tempo absolvieren, dich einer netten Gruppe anschließen oder die Kilometer indoor auf dem Smart-Trainer abspulen. Auch wenn der Fokus auf einem lockeren Tempo liegt, kannst du gerne ein paar kurze Antritte einbauen, um etwas Abwechslung reinzubringen – solange du die meiste Zeit im absolut grünen Bereich fährst.
Teste dieses lockere Ausdauer-Workout komplett kostenlos.
So testest du deine Ausdauer auf dem Rad
Für Profis und Radsportfans hat Mailand–Sanremo einen ganz besonderen Stellenwert im Kalender – es läutet traditionell die Klassiker-Saison ein. Das Besondere an diesem Monument: 300 Kilometer flaches Terrain durch die Po-Ebene, bei dem das eigentliche Finale erst auf den letzten 30 Kilometern eingeläutet wird.
Kurz vor dem Ziel warten die beiden legendären Anstiege: die „Cipressa“ und direkt danach der „Poggio“. Der Gipfel des Poggio, nur 5 Kilometer vor der Ziellinie auf der Via Roma, ist die perfekte Rampe für KlettererInnen und Puncheure, um sich entscheidend von den SprinterInnen abzusetzen.
Kräfte clever einteilen
Um bei Mailand–Sanremo ganz vorne mitzumischen, müssen die FahrerInnen extrem haushalten. Die Teammitglieder spielen eine Schlüsselrolle, indem sie ihren KapitänInnen im Peloton so viel Windschatten wie möglich bieten, bis der Poggio erreicht ist.
Dort angekommen müssen die SprinterInnen zeigen, ob sie das Tempo der Bergfahrenden mitgehen können. Der Erfolg hängt am Ende oft davon ab, wer nach 290 Kilometern im Sattel noch die meisten Körner übrig hat. Die Kunst ist es nicht nur, den Poggio schnell hochzufahren, sondern nach einem so langen Rennen noch sprinten zu können. Wer seine Kräfte am besten eingeteilt hat, steht am Ende ganz oben auf dem Podium.
Wenn es darum geht, die eigene Ausdauer zu testen, sollte man sich nicht nur auf die Functional Threshold Power (FTP) oder das Leistungsprofil verlassen. Die FTP zeigt zwar, welche Leistung du über eine Stunde treten kannst, aber diese Werte zeigen oft nur ein unvollständiges Bild deiner tatsächlichen Langstrecken-Leistungsfähigkeit.
Aerobe Entkopplung (Aerobic Decoupling)
Ein genialer Wert zur Messung deiner aeroben Ausdauer ist die aerobe Entkopplung (AD). Dieser Wert vergleicht das Verhältnis von Puls und erbrachter Leistung zwischen der ersten und der zweiten Hälfte deines Workouts.
Eine starke Entkopplung (also ein deutlich steigender Puls bei gleichbleibender Wattzahl in der zweiten Hälfte) zeigt, dass dein Körper stark ermüdet ist und das Herz-Kreislauf-System viel härter arbeiten muss, um dieselbe Leistung zu erbringen.
Peile optimale Entkopplungswerte an
Um die aerobe Entkopplung richtig zu deuten, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel kann Dehydration die Werte verfälschen. Ein starker Pulsanstieg kann schlicht an zu wenig Flüssigkeit oder extremer Hitze liegen, aber auch eine mangelhafte Verpflegung schlägt sich hier nieder.
Unser Tipp: Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten die Testfahrten mindestens zwei Stunden dauern und die Intensität in beiden Hälften möglichst identisch sein.
Um deine Fortschritte bei der aeroben Entkopplung über Wochen zu tracken, vergleichst du am besten ähnliche Einheiten unter vergleichbaren Bedingungen und mit ähnlicher Vorbelastung.
Ein Entkopplungswert von unter 5 % bei einer 2- bis 4-stündigen Ausfahrt ist ein hervorragendes Ziel und zeigt eine top Grundlagenausdauer.
Egal, ob du dieses Wissen bei den 300 Kilometern von Mailand–Sanremo oder bei deinem nächsten Jedermann-Rennen nutzt: Es legt den Grundstein für deinen Erfolg.
Dynamische Ausdauer-Trainingspläne
Wenn du Radsport liebst und deine Ausdauer gezielt verbessern willst, bietet JOIN dynamische Trainingspläne, die von Profi-Coaches speziell für FahrerInnen wie dich entwickelt wurden.
Unsere Trainingspläne passen sich flexibel an, um deine Leistung Schritt für Schritt auf ein neues Level zu heben – für sichtbare und spürbare Fortschritte.
JOIN stellt sich komplett auf dein aktuelles Fitnesslevel und deine zeitliche Verfügbarkeit ein. So ist jede Einheit fordernd, aber absolut machbar und lässt sich perfekt in deinen Alltag integrieren.
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Lange Strecken auf dem Rad zu meistern, erfordert eine Mischung aus körperlicher Stärke, Ausdauer, mentaler Stärke und einem gut strukturierten Trainingsplan.
Dieser informative Ratgeber ist sowohl für AnfängerInnen gedacht, die sich auf ihre erste lange Tour vorbereiten, als auch für erfahrene RadfahrerInnen, die ihre Ausdauer, Fitness und Gesamtleistung verbessern wollen.
Zu den wichtigsten Themen, die wir behandeln, gehören die Unterschiede zwischen Ausdauer und Stehvermögen, effektive Trainingsstrategien für jedes Leistungsniveau und spezielle Workouts zur Steigerung der Ausdauer.
Am Ende dieses Guides hast du hoffentlich alle Infos und Tools an der Hand, um deine nächste Langstreckenfahrt selbstbewusst in Angriff zu nehmen.
Was ist Ausdauerradsport?
Beim Ausdauerradsport geht es darum, lange Strecken zurückzulegen – meist mehr als 80 Kilometer (ca. 50 Meilen). Der Fokus liegt hierbei darauf, über einen langen Zeitraum ein gleichmäßiges Tempo zu halten. Um hier richtig gut zu werden, müssen RadfahrerInnen ihre Anstrengung klug dosieren, mit ihren Kräften haushalten und die gesamte Fahrt über mental stark bleiben.
Ab welcher Distanz spricht man von Ausdauerradsport?
Die Definitionen gehen auseinander, aber die meisten sind sich einig, dass jede Fahrt über 80 Kilometer als Ausdauersport gilt. Viele RadfahrerInnen gehen sogar noch weiter und bewältigen über 160 km am Stück. Diese längeren Fahrten bringen RadfahrerInnen sowohl körperlich als auch mental an ihre Grenzen, da sie sich unterschiedlichem Terrain und wechselnden Wetterbedingungen stellen müssen.
Ausdauer vs. Stehvermögen (Stamina) beim Radfahren
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Ausdauer (Endurance) und Stehvermögen (Stamina) beim Radfahren zu verstehen.
Ausdauer bedeutet, dass man als RadfahrerIn über einen langen Zeitraum ein konstantes Tempo fahren kann. Das erfordert nicht nur ein gutes Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Muskelkraft, um selbst bei Ermüdung gleichmäßig in die Pedale zu treten.
Stehvermögen hingegen beschreibt die Fähigkeit, kurze Phasen extrem hoher Intensität wegzustecken – wie einen kurzen, knackigen Anstieg – und sich danach schnell wieder zu erholen, um normal weiterzufahren.
Beide Fähigkeiten sind für AusdauerradfahrerInnen unverzichtbar: Während die Grundlagenausdauer dir hilft, die Leistung über die gesamte Strecke aufrechtzuerhalten, sorgt das Stehvermögen dafür, dass du dich nach harten Passagen schnell wieder regenerierst. Zusammen bilden sie das perfekte Fundament für erfolgreiche Langstrecken.
Warum ist Ausdauertraining so wichtig?
Ausdauertraining, oft auch einfach als „lange Grundlagenausfahrt“ bezeichnet, hilft dir dabei, Dauer und Distanz auf dem Rad optimal zu meistern. Anstatt auf Speed zu fokussieren, geht es hier darum, längere Belastungen über einen großen Zeitraum entspannt durchzuhalten.
Dafür ist es entscheidend, einen starken Fettstoffwechsel aufzubauen. Bei niedriger Intensität verbrennt dein Körper Fett hocheffizient, solange genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Steigt die Intensität, greift der Körper verstärkt auf Kohlenhydrate zurück. Das ist völlig okay – solange du daran denkst, dass die Kohlenhydratspeicher begrenzt sind und auch die Rate, mit der du sie über die Nahrung wieder auffüllen kannst, limitiert ist.
Um wirklich lange Fahrten durchzustehen, ist die Optimierung deiner Fettverbrennung der Schlüssel, da die Fettreserven deines Körpers im Vergleich zu den Kohlenhydratspeichern gigantisch sind.
Die aerobe Schwelle verstehen
Um deine Ausdauer zu verbessern, solltest du die Dauer deiner Trainingseinheiten schrittweise verlängern und die Intensität an oder unter deiner aeroben Schwelle halten. Diese Schwelle markiert den Punkt, an dem die Fettverbrennung den größten Anteil an der Energiebereitstellung hat.
Jenseits dieser Schwelle steigt der Kohlenhydratverbrauch deutlich an und die Fettverbrennung nimmt ab. Typischerweise liegt die aerobe Schwelle zwischen 75 und 90 Prozent deiner Schwellenherzfrequenz oder deiner Functional Threshold Power (FTP). Je besser deine Ausdauer wird, desto weiter verschiebt sich dieser Prozentsatz nach oben.
Progression: Dauer und Intensität steigern
Um deine Ausdauerfahrten auszubauen, solltest du zuerst deine aktuelle Wohlfühldauer ermitteln. Damit ist die Zeit gemeint, in der du ein konstantes, lockeres Tempo fahren kannst, ohne zu ermüden oder einen sprunghaften Anstieg des Pulses zu spüren.
Wenn du problemlos 3 Stunden fahren kannst, ist das dein Startpunkt. Je nach Ziel steigerst du die Dauer nun Schritt für Schritt und horchst dabei regelmäßig in dich hinein, ob sich die Belastung noch gut anfühlt.
Zusätzlich kannst du Tempoblöcke im Bereich deiner aeroben Schwelle einbauen, um die Fettverbrennung zu maximieren und gleichzeitig deinen Speed zu verbessern. Konzentriere dich aber zuerst darauf, die Dauer zu steigern, bevor du Tempoblöcke hinzufügst oder noch längere Strecken anpeilst.
Unser Tipp: Eine gute Faustregel ist es, die wöchentliche Fahrzeit um 15 Minuten zu verlängern.
Die richtige Dauer für lange Ausfahrten finden
Mindestens eine lange Ausfahrt pro Woche ist absolut goldwert. Die optimale Dauer hängt ganz von deinen persönlichen Zielen ab. Für Events, die 4–5 Stunden dauern, reicht eine wöchentliche Ausfahrt von rund 4 Stunden völlig aus.
Selbst bei noch längeren Events solltest du diese Dauer im Training nicht zu oft überschreiten, da die Erholungszeit nach extrem langen Fahrten die darauffolgenden Trainingseinheiten beeinträchtigen kann. Um dein Equipment zu testen, mentale Strategien auszuprobieren oder deine Verpflegung zu optimieren, kannst du im Training durchaus einmal die volle Zieldistanz fahren – übertreibe es aber nicht.
Wenn du für extreme Distanzen trainierst, planst du am besten eine längere Fahrt pro Monat (5–6 Stunden) ein und hältst die Ausfahrten in den anderen Wochen bei soliden 4 bis 4,5 Stunden. Mit diesem ausgewogenen Mix bist du bestens vorbereitet.
So verbesserst du deine Ausdauer auf dem Rad
Viele fragen sich, wie sie die Dauer ihrer Ausfahrten effektiv verlängern können. Der Aufbau von Radsport-Ausdauer braucht Zeit, besonders für EinsteigerInnen. Die gute Nachricht ist: Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du deine Ausdauer schneller und effektiver steigern.
Hier ist dein Fahrplan zu mehr Ausdauer in 7 einfachen Schritten:
1. Kenne deine Limits
Der beste Weg, um deine aktuelle Fitness zu bestimmen, ist ein Leistungstest zur Ermittlung deiner Functional Threshold Power (FTP). Dieser Wert zeigt, welche maximale Durchschnittsleistung du über eine Stunde aufrechterhalten kannst, und dient als Basis für deine Trainingszonen.
Wenn du deine FTP kennst, kannst du deine Trainingsbereiche exakt definieren, wie zum Beispiel:
Grundlagenausdauer
Tempo-Bereich und
Intervalltraining.
So kannst du dein Training strategisch aufbauen. Indem du deine Einheiten genau auf diese Zonen abstimmst, stärkst du deine Stärken und arbeitest gezielt an deinen Schwachstellen – für maximale Effizienz auf dem Weg zu deinen Zielen.
2. Fahr länger und entspannter
Eine der effektivsten Methoden zur Steigerung der Ausdauer sind lange, lockere Fahrten. Peile Ausfahrten an, die länger als zwei Stunden dauern, und halte dabei ein entspanntes, gut durchhaltbares Tempo. Dieses Zone-2-Training stärkt dein Herz-Kreislauf-System, lässt dein Herz effizienter pumpen und verbessert die Thermoregulation deines Körpers bei langen Belastungen.
Zudem helfen diese langen Einheiten dabei, die Energieproduktion in deinen Muskeln zu optimieren, indem sie den aeroben Stoffwechsel effizienter machen. Je mehr Zeit du im Sattel verbringst, desto besser lernt dein Körper, Fett als primäre Energiequelle zu nutzen – das A und O für lange Strecken.
Extra-Tipp: Lange, entspannte Fahrten sind auch die perfekte Gelegenheit, um an deiner Fahrtechnik zu feilen und deine Ernährungsstrategie für den Ernstfall zu testen.
3. Setze auf lange Intervalle
Eine bewährte Methode, um deine Ausdauer auf ein neues Level zu heben, sind längere Intervalle mit höherer Intensität. Diese Intervalleinheiten sollten idealerweise zwischen 4 und 10 Minuten dauern. In dieser Zeit forderst du dich bewusst mehr als bei deinem normalen Ausdauertempo.
Konzentriere dich bei diesen intensiven Intervallen auf eine saubere Fahrtechnik und eine gleichmäßige Atmung. Dein Puls sollte dabei bei etwa 80–90 % deiner maximalen Herzfrequenz liegen. Das pusht nicht nur deine Leistung an der Schwelle, sondern verbessert auch deine aerobe Kapazität und Kraftausdauer.
Wenn du solche Intervalle in deinen Trainingsplan einbaust, wirst du merken, wie dir lange Fahrten und steile Anstiege spürbar leichter fallen. Achte aber darauf, nach diesen harten Einheiten für ausreichend Regeneration zu sorgen, damit sich dein Körper anpassen und wachsen kann.
4. Nutze polarisiertes Training
Polarisiertes Training ist eine extrem effektive Methode, bei der du dein Training in zwei klare Intensitätsbereiche aufteilst: sehr locker und sehr intensiv. Die Idee dahinter: Etwa 80 % deiner gesamten Trainingszeit verbringst du im absoluten Grundlagenbereich (Zone 2), während du die restlichen 20 % für hochintensive Intervalle reservierst.
Anstatt viel Zeit im mittleren Intensitätsbereich zu verbringen, der oft sehr ermüdend, aber weniger effektiv ist, fokussierst du dich auf „easy Ausfahrten“ zur aktiven Regeneration und zum Ausdaueraufbau sowie auf knackige Sessions, die deine Grenzen verschieben.
Besonders für RadfahrerInnen mit wenig Zeit maximiert diese Strategie den Trainingseffekt, da sie mehr Raum für Erholung lässt und das Risiko von Übertraining oder Verletzungen minimiert. Durch diesen polarisierten Ansatz steigerst du nicht nur deine allgemeine Fitness, sondern kannst auch dann Spitzenleistungen abrufen, wenn es wirklich darauf ankommt.
5. Vergiss das Krafttraining nicht
Zusätzliche Krafteinheiten sind für RadfahrerInnen ein echter Gamechanger beim Ausdaueraufbau. Dein Krafttraining kann ganz vielseitig aussehen, zum Beispiel mit:
Freien Gewichten,
Widerstandsbändern oder
Eigengewichtsübungen.
Gerade als AnfängerIn ist es ratsam, diese Übungen unter Anleitung von professionellen Coaches oder TrainerInnen durchzuführen. Das stellt sicher, dass du die Übungen sauber ausführst, was entscheidend ist, um Verletzungen vorzubeugen und das Beste aus deinem Training herauszuholen.
6. Achte auf Ernährung und Flüssigkeit
Die richtige Verpflegung und Hydration sind das Fundament für deine Performance auf dem Rad. Wer hart trainiert, muss seinem Körper auch die nötigen Nährstoffe liefern, um die Regeneration anzukurbeln und das Energielevel hochzuhalten. Auch hier kann es sich lohnen, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um einen perfekt auf dich und deine Ziele abgestimmten Ernährungsplan zu erstellen.
7. Gönn dir genügend Pausen
Zu guter Letzt: Ruhetage sind für deine Fitness genauso wichtig wie die Stunden im Sattel. Erst in den Pausen regeneriert dein Körper und passt sich an die Trainingsreize an. Beim Training entstehen winzige Mikrorisse in den Muskeln – die Erholungsphasen reparieren und stärken diese Fasern, was dich letztlich schneller und stärker macht.
Wer Ruhetage ausfallen lässt, riskiert:
Chronische Erschöpfung
Ständig schwere Beine oder im schlimmsten Fall
Übertraining, das dich im Fortschritt zurückwirft und das Verletzungsrisiko drastisch erhöht.
Unser Tipp: Schlaf und Erholung boosten nicht nur deine körperliche Leistungsfähigkeit, sondern halten auch deinen Fokus und deine Motivation hoch. Regeneration ist einfach nicht verhandelbar, wenn du das Beste aus deinem Training herausholen willst.
Ausdauertraining für EinsteigerInnen
Wenn du gerade erst mit dem Radsport beginnst, starte am besten mit lockeren Fahrten. So gewöhnst du dich an die Sitzposition und baust gleichzeitig eine solide Grundfitness auf. Der Schlüssel liegt darin, die Fahrzeit von Woche zu Woche ganz behutsam zu steigern, damit sich dein Körper anpassen kann.
Ein Beispiel: Wenn du aktuell zweimal pro Woche je eine Stunde fährst, baue eine dritte Fahrt ein, halte aber alle Einheiten zunächst bei einer Stunde. Sobald sich das gut anfühlt, kannst du auf drei bis vier Fahrten pro Woche aufstocken und die Dauer langsam ausdehnen.
Achte in dieser Phase darauf, wirklich entspannt und locker zu fahren. Sieh es wie den Bau eines Hauses: Du setzt auch kein Dach auf, bevor das Fundament felsenfest steht. Diese lockeren Ausfahrten sind deine Basis für alles, was danach kommt.
Ausdaueraufbau für erfahrene RadfahrerInnen
Den Profis bei der World Tour zuzuschauen, ist absolut faszinierend. Oft vergessen wir dabei jedoch, dass die Rennen nur die Spitze des Eisbergs sind. Hinter jedem Erfolg stecken unzählige Stunden harter Arbeit, Disziplin und Hingabe im Schatten der Öffentlichkeit.
Was die besten RadfahrerInnen der Welt auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, einen langfristigen Trainingsplan mit eiserner Disziplin durchzuziehen. Das bedeutet tagtägliche lange Ausfahrten und intensive Workouts. Wer in dieser Routine seine Erfüllung findet, bleibt langfristig motiviert und schraubt seine Leistung immer weiter nach oben.
Denk daran: Jeder einzelne Tag, an dem du deinen Trainingsplan durchziehst, bringt dich einen Schritt näher an deine Ziele. Erfolg ist keine reine Frage von Talent, sondern das Ergebnis von kontinuierlichem Einsatz und täglicher Verbesserung.
So erstellst du deinen perfekten Ausdauer-Trainingsplan
Wenn du deine Ausdauer und Fitness auf dem Rad aufs nächste Level bringen willst, gibt es zwei hocheffektive Methoden, um deinen Radsport-„Motor“ zu tunen.
Die zwei besten Trainingsmethoden
Zone-2-Training und
Zone 2
Beim Zone-2-Training fährst du in einem moderaten Tempo, bei dem du dich noch locker unterhalten kannst, ohne außer Atem zu geraten. Diese Intensität ist der absolute Schlüssel für deine Grundlagenausdauer. Wenn du regelmäßig genügend Zeit in dieser Zone verbringst (idealerweise 90 Minuten oder mehr) – besonders bei längeren Wochenendausfahrten zwischen 2 und 5 Stunden –, wirst du massive Fortschritte machen. Zone-2-Training verbessert deine Lungenkapazität, stärkt dein Herz und optimiert die Energieproduktion in den Kraftwerken deiner Zellen (Mitochondrien).
High-Intensity Interval Training (HIIT)
HIIT basiert auf dem Wechsel von kurzen, maximalen Belastungen und aktiven Erholungsphasen. Als EinsteigerIn startest du am besten mit 2 bis 5 solcher Intervalle. Eine typische Session beginnt mit einem lockeren Warm-up, gefolgt von den hochintensiven Intervallen, und endet mit einem entspannten Cool-down.
Für das Indoor-Training sind Smart-Trainer und Apps wie Zwift genial, um deine Leistung exakt im Blick zu behalten. Aber auch schnelle Gruppenfahrten im Freien eignen sich super für eine spontane HIIT-Einheit.
Während Zone-2-Training vor allem deine Ausdauerbasis stärkt, zielt HIIT darauf ab, deinen Topspeed und deine Spritzigkeit zu verbessern.
Studien zeigen, dass schon wenige HIIT-Einheiten pro Woche deine Fitness in kürzester Zeit spürbar pushen können.
Tipps für dein HIIT-Training:
Starte mit nur einer HIIT-Einheit pro Woche.
Steigere die Intensität und Belastung nur schrittweise.
Erhöhe den Umfang erst, wenn du dich wirklich bereit dafür fühlst.
Gehe nicht bei jeder Einheit komplett ans Limit – spar dir Körner für die nächsten Tage.
Wähle Workouts, die dir Spaß machen, um langfristig am Ball zu bleiben.
Konstanz ist der wichtigste Faktor für echten Fortschritt.
Der richtige Mix aus lockeren Tagen und intensiven Sessions ist das Geheimnis für eine überragende Ausdauer. Mit diesem Ansatz wirst du deine Leistung auf dem Rad kontinuierlich steigern.
Die besten Rad-Workouts für mehr Ausdauer
Hier sind drei unserer besten Ausdauer-Workouts, mit denen du dein Stehvermögen und deine Performance gezielt verbessern kannst. Jedes Workout ist so konzipiert, dass es Spaß macht, super in den Alltag passt und maximal effektiv ist. Damit baust du nicht nur Ausdauer auf, sondern lernst auch, deine Kräfte auf langen Fahrten clever einzuteilen.
Egal, ob du gerade erst startest oder schon länger im Sattel sitzt – hier ist für jedes Ziel das passende Workout dabei.
1. Das intensive 3-Stunden-Ausdauer-Workout

Bei diesem 3-stündigen Workout fährst du Intervalle, die zwischen höherer und niedrigerer Intensität wechseln. Versuche, überwiegend im Ausdauerbereich zu bleiben und deinen Puls im moderaten Bereich zu halten. Halte deine Trittfrequenz für maximale Effizienz und Ausdauer bei ca. 90 U/min.
Behalte deinen Puls im Auge und passe die Intensität so an, dass du in den Belastungsphasen Gas gibst, dich in den Pausen aber gut erholst. Das stärkt deine aerobe Kapazität und Ausdauer.
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2. Das 4 x 10-Minuten-Tempo-Ausdauer-Workout

Bei diesem strukturierten Workout fährst du 4 Intervalle von je 10 Minuten im zügigen Tempo-Bereich. Um dich zwischendurch optimal zu erholen, machst du zwischen den Intervallen jeweils 5 Minuten Pause. Versuche, deine Trittfrequenz konstant um die 90 U/min zu halten – das optimiert deinen runden Tritt und verbessert deine Tempohärte.
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3. Das lockere Ausdauer-Workout

Bei dieser Einheit stehen insgesamt 4,5 Stunden konstantes, lockeres GA1-Training auf dem Programm. Peile auch hier eine Trittfrequenz von rund 90 U/min an. Du kannst die Fahrt ganz entspannt solo im eigenen Tempo absolvieren, dich einer netten Gruppe anschließen oder die Kilometer indoor auf dem Smart-Trainer abspulen. Auch wenn der Fokus auf einem lockeren Tempo liegt, kannst du gerne ein paar kurze Antritte einbauen, um etwas Abwechslung reinzubringen – solange du die meiste Zeit im absolut grünen Bereich fährst.
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So testest du deine Ausdauer auf dem Rad
Für Profis und Radsportfans hat Mailand–Sanremo einen ganz besonderen Stellenwert im Kalender – es läutet traditionell die Klassiker-Saison ein. Das Besondere an diesem Monument: 300 Kilometer flaches Terrain durch die Po-Ebene, bei dem das eigentliche Finale erst auf den letzten 30 Kilometern eingeläutet wird.
Kurz vor dem Ziel warten die beiden legendären Anstiege: die „Cipressa“ und direkt danach der „Poggio“. Der Gipfel des Poggio, nur 5 Kilometer vor der Ziellinie auf der Via Roma, ist die perfekte Rampe für KlettererInnen und Puncheure, um sich entscheidend von den SprinterInnen abzusetzen.
Kräfte clever einteilen
Um bei Mailand–Sanremo ganz vorne mitzumischen, müssen die FahrerInnen extrem haushalten. Die Teammitglieder spielen eine Schlüsselrolle, indem sie ihren KapitänInnen im Peloton so viel Windschatten wie möglich bieten, bis der Poggio erreicht ist.
Dort angekommen müssen die SprinterInnen zeigen, ob sie das Tempo der Bergfahrenden mitgehen können. Der Erfolg hängt am Ende oft davon ab, wer nach 290 Kilometern im Sattel noch die meisten Körner übrig hat. Die Kunst ist es nicht nur, den Poggio schnell hochzufahren, sondern nach einem so langen Rennen noch sprinten zu können. Wer seine Kräfte am besten eingeteilt hat, steht am Ende ganz oben auf dem Podium.
Wenn es darum geht, die eigene Ausdauer zu testen, sollte man sich nicht nur auf die Functional Threshold Power (FTP) oder das Leistungsprofil verlassen. Die FTP zeigt zwar, welche Leistung du über eine Stunde treten kannst, aber diese Werte zeigen oft nur ein unvollständiges Bild deiner tatsächlichen Langstrecken-Leistungsfähigkeit.
Aerobe Entkopplung (Aerobic Decoupling)
Ein genialer Wert zur Messung deiner aeroben Ausdauer ist die aerobe Entkopplung (AD). Dieser Wert vergleicht das Verhältnis von Puls und erbrachter Leistung zwischen der ersten und der zweiten Hälfte deines Workouts.
Eine starke Entkopplung (also ein deutlich steigender Puls bei gleichbleibender Wattzahl in der zweiten Hälfte) zeigt, dass dein Körper stark ermüdet ist und das Herz-Kreislauf-System viel härter arbeiten muss, um dieselbe Leistung zu erbringen.
Peile optimale Entkopplungswerte an
Um die aerobe Entkopplung richtig zu deuten, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel kann Dehydration die Werte verfälschen. Ein starker Pulsanstieg kann schlicht an zu wenig Flüssigkeit oder extremer Hitze liegen, aber auch eine mangelhafte Verpflegung schlägt sich hier nieder.
Unser Tipp: Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten die Testfahrten mindestens zwei Stunden dauern und die Intensität in beiden Hälften möglichst identisch sein.
Um deine Fortschritte bei der aeroben Entkopplung über Wochen zu tracken, vergleichst du am besten ähnliche Einheiten unter vergleichbaren Bedingungen und mit ähnlicher Vorbelastung.
Ein Entkopplungswert von unter 5 % bei einer 2- bis 4-stündigen Ausfahrt ist ein hervorragendes Ziel und zeigt eine top Grundlagenausdauer.
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